Studie Grundwasseralter

Um jenen Zeithorizont abschätzen zu können, innerhalb dessen Verbesserungsmaßnahmen der Wasserqualität von Grundwasserkörpern messbar greifen, wurde eine Studie in Auftrag gegeben.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie sieht vor, dass der gute Zustand des Grundwassers bis zum Jahr 2015 (mit Ausnahmen bis 2027) erreicht werden muss. Daher wurde vom UBA-Wien ein Bericht zum Grundwasseralter von ausgewählten Grundwasserkörpern erstellt, der die „Mittlere Verweilzeit“ (MVZ) für diese Grundwasserkörper abschätzt.

Insbesondere für die Evaluierung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Verminderung des Eintrages von Schadstoffen aus diffusen Quellen ist das Grundwasseralter wesentlich, denn es gibt Auskunft darüber, wann Maßnahmen frühestens wirksam werden können.

Hauptziel war es, einen statistisch flächenhaften Überblick über die MVZ im obersten genutzten Grundwasserstockwerk (gesättigte Zone durch Bepumpung gemischt) zu erlangen. Dies ist auch jener Bereich, der im Rahmen der Qualitätsüberwachung vorwiegend erfasst wird und der auf allfällige Belastungen am empfindlichsten reagiert.

Für den aktuellen Bericht wurden elf Grundwasserkörper für die Abschätzungen herangezogen, es wurde insgesamt auf 204 Messstellen des österreichischen Grundwasserüberwachungsmessnetzes (GZÜV) zurückgegriffen. Die elf untersuchten Grundwasserkörper nehmen dabei eine Fläche von 7.756 km2. Darüber hinaus wurden die natürlichen Fließwege der Grundwasserkörper erkundet.

Bei einem Großteil der Grundwasserkörper wurden vergleichsweise kurze Verweilzeiten von weniger als 5 Jahren bzw. mittlere Verweilzeiten von 11 bis 25 Jahren ermittelt. Erst bei tiefer liegenden Messstellen wurden Verweilzeiten von über 50 Jahren festgestellt.

In Bezug auf den Nährstoff Nitrat, der durch Versickerung aus intensiv bewirtschafteten Böden oder anderen Quellen in das Grundwasser gelangt, wurde kein direkter Zusammenhang zwischen Nitratgehalt und Mittlerer Verweilzeit der Grundwässer beobachtet. Lediglich in den sehr alten Wässern (> 50 Jahre) wurden minimale Konzentrationen nachgewiesen.

Weil in Österreich das Trinkwasser fast ausschließlich aus Grundwasserressourcen stammt, wird mit den Ergebnissen der Studie auch eine wesentliche Fachgrundlage für die Wasserversorger geschaffen.

An dieser Stelle werden auch die Berichte "Grundwasseralter 2009-2010" und "Grundwasseralter Pilotprojekt 2008" zur Verfügung gestellt.

Veröffentlicht am 12.02.2015, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3)