Forst & Jagd Dialog: Was Hirsch und Reh im Winter brauchen

Grundsätzlich sind Wildtiere an den Nahrungsengpass im Winter gut angepasst. Der Forst Jagd Dialog hat nun einen 6-Punkte-Plan veröffentlicht. Dieser berücksichtigt regional unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Naturraum und zielt auf den Ausgleich der vielen verschiedenen Interessen ab. 

Einfluss von Wild auf Wald

Die Schutzwirkung von Wäldern gewinnt aufgrund der expandierenden Siedlungs- und Infrastruktur im Alpenraum zunehmend an Bedeutung. Rotwild, Rehwild und andere Schalenwildarten haben das Potential, die von ihnen beanspruchten Lebensräume durch ihr Äsungsverhalten massiv zu beeinflussen und zu verändern.

Natürliche Anpassung an den Winter

Grundsätzlich sind Wildtiere an den Nahrungsengpass im Winter gut angepasst. Im Winter steht nur ein Bruchteil der in der Vegetationszeit vorhandenen natürlichen Nahrung in Quantität und Qualität zur Verfügung. Das Schalenwild muss dann von seinen Fettreserven zehren, die es in der Vegetationsperiode anlegt. 

Ruhe ist wichtigster Überwinterungsfaktor

Die natürlichen jahreszeitlichen Wanderungsbewegungen sind heute in vielen Fällen unmöglich. Klimatisch begünstigte Lagen werden für Landwirtschaft und als Siedlungsraum benutzt. Wintertourismus führt heute bis in die Gipfelregionen, sodass gut geeignete Ruhe- und Rückzugszonen immer weniger werden.

Regionale Überwinterungskonzepte berücksichtigen alle Bedürfnisse

Die regional unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Naturraum erfordern einen aktiven Interessenausgleich. Beim Ausgleich der Vielfalt dieser Interessen und Erwartungen werden zum Wohle des Schalenwildes folgende Punkte bedacht:

  • Bewusstseinsbildung für Bedürfnisse des Schalenwildes
  • Einrichtung von Ruhezonen für Schalenwildpopulationen
  • Lenkung des Schalenwildbestandes in geeignete Lebensräume
  • Vorbereitung von temporär notwendigen Notfütterungen
  • Anpassung der Schalenwildpopulation an den Lebensraum durch jagdliche Maßnahmen
  • Erhöhung der Tragfähigkeit der Lebensräume durch forstliche Maßnahmen

Mehr Informationen sind auf der Seite des Forst&Jagd Dialogs zu finden. 

Veröffentlicht am 05.12.2020