Zivildienst und Ehrenamt

Zivildienst und Ehrenamt sind zwei Bereiche, die für Österreich große Bedeutung haben und es gibt einen Zusammenhang zwischen ihnen: Der Zivildienst erleichtert erheblich einen Einstieg ins Ehrenamt und beeinflusst in einigen Fällen sogar die Berufswahl der jungen Männer.

Rund 40 Prozent der jungen Männer in Österreich entscheiden sich für einen Zivildienst. Während des Zivildienstes profitieren die Gesellschaft und die jungen Männer selbst auf vielfältige Weise. Darüber hinaus aber gibt es noch weitere, indirekte Effekte. So erwerben die jungen Männer beim Zivildienst zahlreiche Kompetenzen, zum Beispiel im sozialen Bereich. Einen wichtigen Einfluss hat der Zivildienst aber auch auf das Ehrenamt in Österreich.

Zivildienst ist oft ein Einstieg ins Ehrenamt

Fast die Hälfte aller Menschen, die in Österreich leben, engagiert sich ehrenamtlich. Dieses Engagement ist sehr wichtig für unser soziales und gesellschaftliches Leben. Der Zivildienst spielt dabei eine sehr große Rolle. Eine Zivildienst-Studie der Wirtschaftsuniversität Wien zeigt, dass etwa ein Drittel der jungen Männer nach dem Zivildienst weiterhin in ihrer Einrichtung tätig ist. Konkret engagieren sich etwa 26 Prozent im Anschluss an ihren Zivildienst als Ehrenamtliche, weitere sieben Prozent beginnen, als hauptamtliche Mitarbeiter in der Organisation zu arbeiten. Dieser Zusammenhang kommt nicht von ungefähr, denn beim Einstieg ins Ehrenamt sind gewisse Barrieren zu überwinden. Meist benötigt man eine Ausbildung – zum Beispiel zum Rettungssanitäter – und muss zunächst die Organisation kennenlernen, um sich gut einbringen zu können. Auch braucht es zunächst die Motivation und die Entscheidung für eine Art des Ehrenamts. Diese Eintrittsbarrieren fallen für die Zivildienstleistenden weg. Durch ihren Zivildienst kennen sie die Organisation bereits und haben die benötigte Ausbildung. Außerdem gewinnen sie durch den Zivildienst einen natürlichen Zugang zum entsprechenden Tätigkeitsbereich und in der Regel auch die Motivation, sich dort einzubringen, weil sie erkennen, dass sie mit ihrer Arbeit etwas Positives bewirken können.

Zivildienst kann ausschlaggebend für die Berufswahl sein

Bei einigen jungen Männern geht diese Motivation sogar so weit, dass sie sich entscheiden, beruflich in die entsprechende Richtung zu gehen. Wie oben bereits erwähnt, beginnen sieben Prozent der Zivildienstleistenden, im Anschluss als hauptamtliche Mitarbeiter in ihrer Einrichtung zu arbeiten. Immer wieder merken junge Männer auch während ihres Zivildienstes, dass sie Freude und Interesse an sozialen Berufen haben. So entscheiden sie sich aufgrund ihrer Zivildienst-Erfahrungen für eine Ausbildung oder einen Beruf im Sozial- und Gesundheitsbereich. Ohne die Möglichkeit, während des Zivildienstes mit diesen Bereichen in Kontakt zu kommen, würden solche Entscheidungen sicher seltener fallen. Auch hier profitiert unsere Gesellschaft, der es ja insgesamt an Arbeitskräften in diesen Bereichen mangelt.

Veröffentlicht am 01.02.2021, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)