Start für rund 3.500 außerordentliche Zivildiener

Am Mittwoch, den 1. April, treten rund 3.500 Zivildiener ihren außerordentlichen Dienst für zwei bis drei Monate an. Sie werden unter anderem in Krankenanstalten, im Rettungswesen, der Altenbetreuung sowie der Gesundheitsvorsorge eingesetzt. Diese Maßnahme wird zum ersten Mal in der 2. Republik gesetzt.

„Wir sind jedem einzelnen Zivildiener dankbar, der sich in dieser schwierigen Lage unseres Landes noch einmal in den Dienst der Gesellschaft stellt. Mit den freiwilligen und den verlängerten Zivildienern haben wir ab morgen mehr als 3.500 zusätzliche Helfer im System, um zu helfen, zu unterstützen und zu entlasten“, so Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger.

In der aktuellen Situation ist jede helfende Hand wichtig, um die Versorgung und Betreuung der Bevölkerung, u. a. in Krankenhäusern, Pflege- und Betreuungseinrichtungen, auch weiterhin sicherzustellen. „Vor allem Pflegekräfte sollen sich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können, unsere Zivildiener leisten in der Struktur Unterstützung, bei Transporten, in der Organisation, der Logistik, überall dort, wo helfende Hände gebraucht werden“, betont Köstinger.

 

Über 2.000 freiwillige Meldungen

Auf den Aufruf der Bundesregierung meldeten sich mehr als 2.000 ehemalige Zivildiener für den Dienst an der Gesellschaft. Sie wurden von der Zivildienstserviceagentur den Landesstellen des Österreichischen Roten Kreuzes in den Bundesländern zugewiesen. Von dort erfolgte die regionale Verteilung auf die Einrichtungen, in denen es Bedarf gibt. Darüber hinaus gibt es eine flexible „Reserve“ an Zivildienern in jedem Bundesland, die nach akuten Bedürfnissen zugeteilt werden kann.

„Es ist die Ruhe vor dem Sturm derzeit. Unsere Betreuungssysteme werden sehr schnell extrem beansprucht werden, da brauchen wir jede Unterstützung, die wir bekommen können. Wir werden niemanden zurücklassen, der Betreuung braucht. Unsere Zivildiener helfen mit, diese Betreuung zu gewährleisten“, weist Köstinger auf die Bedeutung jeder einzelnen helfenden Hand hin.

Michael Opriesnig, Generalsekretär des Roten Kreuz freut sich über das hohe Engagement und die Einsatzbereitschaft: „Es ist ein schönes und ermutigendes Zeichen, dass sich so viele Männer freiwillig gemeldet haben, um einen außerordentlichen Zivildienst anzutreten. Unsere Aufgabe als Rotes Kreuz ist es, jene Männer die wir von der Zivildienstserviceagentur zugewiesen bekommen, an all die Einrichtungen weiterzuvermitteln, die Bedarf angemeldet haben.“

 

Verlängerung aktuell eingesetzter Zivildiener

Neben den freiwilligen wurden auch 1.500 Zivildiener, deren ordentlicher Dienst Ende März geendet hätte, um drei Monate verlängert. Mehr als 1.300 von ihnen bleiben in jenen Einrichtungen, denen sie auch bislang zugeteilt waren und die aktuell besonderen Bedarf haben, wie etwa Krankenanstalten, das Rettungswesen, die Sozialhilfe, Behindertenhilfe, Altenbetreuung, Krankenbetreuung und die Gesundheitsvorsorge. Mehr als 120 Personen waren bisher in Einrichtungen zugeteilt, die nun geschlossen wurden oder in denen aktuell kein Bedarf besteht (u. a. Museen, Kindergärten). Sie werden in Einrichtungen versetzt, in denen es nun akuten Bedarf gibt.

Veröffentlicht am 31.03.2020