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Das Wasserinformationssystem Austria - WISA ist die zentrale Plattform, über die der Zugang zu Daten und Informationen über die österreichische Wasserwirtschaft ermöglicht werden soll.

Die Raab

Die Reinhaltung und ökologische Ertüchtigung der Raab im Zusammenwirken mit der Lafnitz ist eine der großen Herausforderungen der österreichischen Wasserwirtschaft.

Die Gewässersysteme der Raab und der Lafnitz umfassen einen erheblichen Teil des gemeinsamen österreichisch-ungarischen Einzugsgebietes. Die Lafnitz mündet unmittelbar nach der Staatgrenze auf ungarischem Gebiet in der Stadt Sankt Gotthard in die Raab.

Die Raab ist ein belasteter Fluss in einem sowohl gewerblich als auch landwirtschaftlich intensiv genutzten Umfeld. Zudem ist die Raab vom Schwall in Folge der Wasserkraftnutzung betroffen. Die Lafnitz ist deutlich weniger belastet, wobei jedoch auch an diesem Gewässer in Grenznähe Einleitungen aus einem Industriepark und einer Verbandskläranlage (in der auch die Abwässer der ungarischen Stadt Sankt Gotthard gereinigt werden) erfolgen.

Sowohl staatliche Stellen in Ungarn als auch NGOs haben die Güte der Raab wiederholt kritisiert. Dabei wurden insbesondere die:
 

  • Lederindustrie und
  • die ungereinigte Einleitung der Tiefengrundwässer der Geothermie in Fürstenfeld angesprochen.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Gewässergüte der Raab haben ergeben, dass unterhalb der Einleitung der Lederfabrik in Wollsdorf bis zur Grenze nach Ungarn die Biozönosen der Raab geschwächt sind. Die Betriebe in Feldbach und Jennersdorf verfolgen jedenfalls bereits äußerst ambitionierte Projekte zur weitergehenden Abwasserreinigung, die in den Jahren 2008 und 2009 realisiert werden.

Neben der industriellen Belastung wirken mehrere weitere Faktoren auf das Gewässer.
Die oft bis an den Gewässerrand reichende Nutzung hat einen großräumigen Verlust an Auwäldern und Begleitvegetation zur Folge. Die fehlende Beschattung führt zu einer untypischen Aufwärmung des Raabwassers sowie zu einem untypisch hohen Lichtdargebot, welches ein untypisch hohes Algenwachstum begünstigt. Der bakterielle Abbau dieser Algen begünstigt in weiterer Folge Sauerstoffdefizite im Wasserkörper und der Gewässersohle. Durch die großteils fehlende Ufervegetation ist auch die Rückhaltekapazität für Nährstoffeinträge aus dem Umland extrem verringert. Begradigungen des Flusslaufes bewirken eine verminderte Retention und haben eine verringerte Selbstreinigungskraftzur Folge, Querbauwerke erschweren die Wanderungen der Fische. Ebenso wirkt sich die mangelnde laterale Vernetzung, etwa durch den Verlust von Altarmen beziehungsweise die Verlandung noch angebundener Altarme negativ auf die Funktionsfähigkeit des Gewässerökosystems aus.

In Bezug auf diese Fragen führt die Bundeswasserbauverwaltung gemeinsam mit der Republik Ungarn zahlreiche Maßnahmen wie beispielhaft die Anbindung von Altarmen als auch die Sicherstellung von Uferrandstreifen durch.

Die Kraftwerksnutzung der Raab führt zu weiteren schwerwiegenden morphologischen und hydrologischen Defiziten. Die Lösung dieser Probleme wird auch zukünftig eine große Herausforderung darstellen.

Veröffentlicht am 08.09.2014, Wasserwirtschaft (Sektion I)