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Österreich und Ungarn ziehen Bilanz über den erfolgreichen Weg zu einer Ökologisierung der Raab

Wien/Feldbach (30. 09. 2008) – Intensive Arbeiten österreichischer und ungarischer Experten haben in den letzten Jahren den Weg zu einer Ökologisierung der Raab geebnet.

Eine in den letzten Monaten von beiden Staaten durchgeführte Untersuchung der Raab erfasste den aktuellen Zustand des Flusses. Die konsequente Umsetzung des Aktionsprogrammes – wie etwa die vor kurzem in Angriff genommene Errichtung der High-Tech Abwasserreinigungsanlage bei der Lederindustrie in Feldbach oder eine Verminderung der Salzbelastung des Raab/Laftniz Systems durch Umstellungen bei der Geothermie – wird zu einer weiteren Verbesserung der Raab führen. Dies teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft anlässlich der heutigen Pressekonferenz mit Wilfried Schimon, Sektionschef der Wassersektion, BMLFUW und dem ungarischen Staatssekretär für Umwelt und Wasserwesen László Kóthay in Feldbach mit.

Im Jahr 2007 wurde nach lokalen Schaumbildungen der Raab auf ungarischer Seite eine hochrangige Task Force errichtet. Ende 2007 konnte ein konkretes Aktionsprogramm präsentiert werden, das nun Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Darüber hinaus wurde das bestehende Untersuchungsprogramm an der Raab intensiviert.

Die rechtlichen Grundlagen für die Durchführung der vorgeschlagenen Maßnahmen wurden von österreichischer Seite bereits letztes Jahr geschaffen. Die Einleitung der belasteten Wässer der Geothermie Fürstenfeld in die Feistritz endete im Frühjahr 2008. Hochtechnische Reinigungsverfahren für die Abwässer der Lederfabriken der Fa. Boxmark werden zügig realisiert. In Feldbach begann der Bau für derartige Reinigungsverfahren im Sommer 2008, die Bauarbeiten in Jennersdorf folgen.

Für die Unternehmung in Wollsdorf ist die Errichtung in zwei Phasen vorgesehen. Zuerst muss noch heuer die alte Kläranlage soweit ertüchtigt werden, dass einfache, konventionelle Reinigungsziele erreicht werden und somit eine weitergehende moderne Stufe überhaupt betrieben werden kann. Danach kann auch hier ein weitergehendes Reinigungsverfahren installiert werden.

Zusätzlich zu den konkreten Maßnahmen an den Fabriken, haben beide Staaten das Projekt „OpenWehr“ entwickelt. Ziel dabei ist die ökologische Ertüchtigung der Raab im Grenzabschnitt Österreich/Ungarn. Zukünftig wird damit die Fischpassierbarkeit der Wehranlagen in diesem Bereich der Raab gewährleistet sein. Die Umbauten sollen aber auch eine sanfte touristische Nutzung ermöglichen. Das Projekt „OpenWehr“ ist ein integraler Bestandteil der ebenfalls von der Raab Task-Force angestoßenen Entwicklung eines generellen, ökologisch orientierten Leitdokuments für die Raab.

Ein Punkt des Aktionsprogramms umfasst auch die Verbesserung der Daten und ihrer Verfügbarkeit. Dazu diente vor allem die im vergangenen Sommer gestartete Raab Survey, deren Ziel die Schaffung einer möglichst genauen Kenntnis des Gewässerzustandes über das gesamte Längsprofil des Flusses und der auf ihn wirkenden Einflussfaktoren ist. Dabei wurden gemeinsam von österreichischen und ungarischen Experten an 28 Stellen entlang des gesamten Flusslaufes Wasserproben aus der Raab entnommen, darüber hinaus wurden die Abwässer von 24 maßgeblichen Einleitern kontrolliert. Insgesamt wurden mehr als 100 Substanzen analysiert. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Umsetzung der bereits in Angriff genommenen Maßnahmen gemäß dem gemeinsamen Raab-Aktionsprogramm.

Veröffentlicht am 08.09.2014, Wasserwirtschaft (Sektion I)