Wassergüte Jahresbericht 2016-2018

Der aktuelle Jahresbericht fasst die Ergebnisse der Wassergüteerhebung der heimischen Gewässer im Beurteilungszeitraum 2016 bis 2018 zusammen und bestätigt überwiegend eine hohe Wasserqualität. Weitere Maßnahmen zum Schutz unserer Gewässer sind in Zukunft dennoch nötig.

Im routinemäßigen Gewässer-Überwachungsprogramm wurden 1.965 Grundwassermessstellen beprobt, bei den Fließgewässern waren es 90 Überblicksmessstellen. Zusätzlich gab es Erhebungen zu 28 österreichischen Seen.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus betreibt in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern der Landesregierungen und dem Umweltbundesamt seit mehreren Jahrzehnten ein sehr umfangreiches Beobachtungsprogramm für die heimischen Gewässer. Um alle benötigten Informationen zu erheben, wurde auch im aktuellen Berichtszeitraum das routinemäßig, etablierte Überwachungsprogramm durchgeführt, ergänzt um zusätzliche Sondermessprogramme. Dazu wurden 1.965 Grundwassermessstellen bis zu viermal pro Jahr beprobt. Aktuell liegen Ergebnisse und Analysen von bis zu 226 chemischen bzw. physikalisch-chemischen Parametern vor.

Für die Gefährdung von Grundwasserkörpern ist häufig die landwirtschaftliche Bewirtschaftung auf Standorten mit teilweise sehr durchlässigen Böden in Kombination mit geringen Niederschlagsmengen ausschlaggebend. In solchen Regionen treten dadurch Belastungen mit Nitrat auf. Österreichweit sind zwei Grundwasserkörper als voraussichtliche Maßnahmengebiete (Schwellenwert von 45 mg/l Nitrat an mindestens 50 % der Messstellen überschritten) sowie sechs Grundwasserkörper als Beobachtungsgebiete (Schwellenwert an mindestens 30 % der Messstellen überschritten) einzustufen. Damit hat sich die Anzahl voraussichtlicher Maßnahmengebiete für Nitrat im Vergleich zum vorherigen Beurteilungszeitraum 2015–2017 verringert. Die beiden Grundwasserkörper Marchfeld und Ikvatal sind aufgrund der aktuellen Ergebnisse als Beobachtungsgebiete und nicht mehr als voraussichtlicher Maßnahmengebiete einzustufen. Auch bei den Beobachtungsgebieten gibt es Änderungen: die beiden Grundwasserkörper des Weinviertels sowie der Grundwasserkörper Hügelland Rabnitz sind entsprechend der aktuellen Beprobungen nicht länger als Beobachtungsgebiet einzustufen. Alle weiteren bisherigen Beobachtungsgebiete bleiben in ihrem Status unverändert. In der langfristigen Entwicklung der Nitrat-Schwellenwertüberschreitungen (1997–2018) zeigen sich geringe Schwankungen. Auf niedrigem Niveau stagnieren seit einigen Jahren die Konzentrationen von Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin. Die Zulassung für dieses Totalherbizid wurde bereits im Jahr 1995 aufgehoben, die Langzeitfolgen des Einsatzes dieses Pflanzenschutzmittels sind allerdings nach wie vor messbar.

An den 90 Überblicksmessstellen der Fließgewässer wurden in den Jahren 2017 und 2018 allgemein physikalisch-chemische Parameter und ausgewählte Schadstoffe erhoben. Ca. Dreiviertel der Messstellen halten die Richtwerte bezüglich der allgemeinen physikalisch-chemischen Parameter ein.

Eine Untersuchung von 63 synthetischen Schadstoffen, die in der Qualitätszielverordnung Chemie Oberflächengewässer geregelt sind, an 33 Fließgewässermessstellen im Jahr 2018 ergab für keinen Parameter eine Überschreitung der Qualitätsziele.

Erfreulich ist auch, dass die biologische Bewertung der 28 untersuchten Seen zum Nährstoffniveau einen sehr guten oder guten Zustand für alle Seen anzeigt.

Spezielle Fragestellungen und künftige Herausforderungen für die Wasserwirtschaft erfordern auch weiterführende und ergänzende Daten. Der Jahresbericht enthält daher auch Informationen zu Sondermessprogrammen wie dem österreichischen Isotopenmessnetz ANIP, sowie zur Untersuchung von Pflanzenschutzmitteln und Arzneimittelwirkstoffen im Grundwasser.

Zukünftig wird bei der Datenerhebung und –interpretation auch die zunehmende Trockenheit in Österreich stärker zu berücksichtigen sein. Sinkende Wasserstände haben Auswirkungen auf die Qualität der Gewässer, was zu z.B. Anreicherungen von Inhaltsstoffen, dem Rückgang von Trinkwasserreserven, Problemen bei der Bewässerung oder schwindendem Lebensraum für aquatische Organismen führen kann.

Flächendeckende Beobachtungen von Grundwasser, Flüssen und Seen sind wichtige Grundlagen für die wasserwirtschaftliche Planung zum Schutz des Wassers in Österreich. Jährlich werden dazu zahlreiche Daten erhoben und ausgewertet, die auch elektronisch zur Verfügung stehen. Ca. 7.000 Abfragen pro Monat werden von Fachleuten durchgeführt. Die Daten sind aufbereitet auch frei jedem Bürger und jeder Bürgerin über das Wasserinformationssystem Austria (WISA) zugänglich. Hier erfolgen sogar an die 10.000 Abfragen pro Monat. Ergänzendes Kartenmaterial komplettiert die Darstellungen.

Veröffentlicht am 30.06.2020, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/2)