Schmutzfrachteintrag und Abwasserentsorgung

Einträge in Gewässer kommen entweder aus punktförmigen oder aus diffusen Quellen.

Punktförmige Quellen sind Einleitungen aus kommunalen oder industriellen Kläranlagen.

Bei diffusen Einträgen ist eine Lokalisierung der konkreten Eintragsstelle nicht möglich. Beispiele dafür sind etwa die Stoffeinträge aus der land- bzw. forstwirtschaftlichen Bodennutzung oder atmosphärische Einträge.

Kommunale Abwasserentsorgung

Abwasser aus kommunalen Anlagen setzt sich aus häuslichen Anteilen sowie Anteilen aus Fremdenverkehr, Gewerbe und Industrie, den sogenannten Indirekteinleitern, zusammen.

2016 wurde Abwasser mit einer tatsächlich angefallenen Abwasserfracht von rd. 14,82 Mio EW60 (Einwohnerwert) aus Siedlungsgebieten > 50 EW60  in kommunalen Kläranlagen behandelt. Etwa 8,35 Mio. EW60 kommen aus den privaten Haushalten. Der restliche Anteil von rd. 6, 46 Mio. EW60 wird durch Fremdenverkehr, Industrie und Gewerbe verursacht.

Der Anschlussgrad an kommunale Kläranlagen >50 EW60 (Einwohnerwert) konnte in Österreich über die Jahre stetig gesteigert werden. Aktuell sind  95,2% der Bevölkerung an Kläranlagen angeschlossen. Das Abwasser wird in  1.883 bestehenden kommunalen Anlagen behandelt (Stand 2016). Der restliche Abwasseranteil von ca. 4,8% der Bevölkerung wird über Hauskläranlagen ≤ 50 EW60 oder Senkgruben entsorgt.

Die geschätzte Länge des österreichischen Kanalnetzes liegt bei rund 91.600 km.

Zu den Steigerungen der vergangenen Jahre kam es durch den Anschluss ländlicher Gebiete aufgrund verbesserter technischer Möglichkeiten und durch die zunehmende Verstädterung. Aufgrund der zahlreichen Streusiedlungen wird allerdings auch in Zukunft kein 100%iger Anschluss erreicht werden.

Von den Nährstoffen wurden im österreichischen Durchschnitt weit mehr als die seitens der EU geforderten 75% entfernt. Der Entfernungsgrad betrug für Stickstoff 81% und für Phosphor 90%.

Das angefallene Klärschlammaufkommen lag 2016 bei rd. 237 938 Tonnen Trockensubstanz. 20% davon wurden in der Landwirtschaft verwertet, 0,03% deponiert, 53% thermisch genutzt und die restlichen 26% kompostiert oder sonstig verwertet.

Direkteinleiter

Unter dem Begriff „Direkteinleiter“ versteht man Anlagen und Betriebe, die ihre Abwässer in einer eigenen Kläranlage reinigen und es dann „direkt“ in ein aufnehmendes Gewässer einleiten. Darunter fallen einerseits kommunale Kläranlagen und andererseits jene Gewerbe- und Industriebetriebe, die ihre Abwässer in einer eigenen Industriekläranlage reinigen.

Die größten industriellen Kläranlagen sind in der Papier- und Zellstoffindustrie zu finden. Auch die biochemische Industrie und die Lebensmittelindustrie betreiben eigene betriebliche Kläranlagen.

Veröffentlicht am 29.07.2019, Anlagenbezogene Wasserwirtschaft (Abteilung I/4)