Hydrographische Übersicht Österreichs – November 2019

Wetterlagen mit überwiegend Süd- bis Südwestströmung bringen milde und feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum. Die Lufttemperatur lag im November 2019 deutlich über dem vieljährigen Mittelwert. Im Süden Österreichs regnete es extrem viel. Die Kombination von Nassschnee, Schneeschmelze und Niederschlag verursachte im Süden von Salzburg, in Osttirol und in Kärnten Hangrutschungen und lokal Hochwasser.

Es wird wärmer. Positive Anomalien der Lufttemperatur überwiegen.

Tiefdruckgebiete über Island mit Ausläufern bis nach Westfrankreich und Tiefdruckzentren im Mittelmeer über Korsika und Sardinien beeinflussten an vielen Novembertagen das Wettergeschehen im Ostalpenraum. Auf Grund dieser meteorologischen Konstellation strömte fast durchgehend milde und feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum nach Österreich. Positive Abweichungen zum vieljährigen Vergleichswert der Lufttemperatur sind zur Regel geworden. Mit Ausnahme des Monats Mai zeigen alle Monate im heurigen Jahr eine überdurchschnittliche Anomalie der über Österreich gemittelten Lufttemperatur. Der November lag mit 2,1 °C über dem Vergleichswert der Periode 1981 bis 2010. In allen Regionen Österreichs war es im November 2019 wärmer als im Mittel.

Mit südlicher Anströmung schneite es bis in die Täler, der Norden und Nordosten blieb trocken.

Anhaltende Tiefdrucktätigkeit mit südlicher Anströmung brachte vor allem in den Gebieten entlang und südlich des Alpenhauptkammes viel Regen und Schneefall. Der Alpenhauptkamm zwischen Landeck in Tirol und der Buckligen Welt in Niederösterreich war eine scharfe Grenze zwischen überdurchschnittlich viel und zu wenig Niederschlag. Entlang der hohen Tauern bis zu den Niederen Tauern, in Osttirol und im westlichen Kärnten summierte sich um das doppelte bis zum dreifachen an Niederschlag als im November üblich ist. Unterdurchschnittlich blieb die Niederschlagssumme in Vorarlberg, in Oberösterreich, im niederösterreichischen Mostviertel und im westlichen Waldviertel.

Hangrutschungen und Muren zur Monatsmitte führten zu Schäden in Millionenhöhe.

Die meteorologische Ausgangslage und die Auswirkungen der Hochwasserereignisse vom 13. bis zum 18. November 2019 zeigen Parallelen zur Unwetterkatastrophe im November 1966. Die Hochwasser- und Unwetterereignisse vom 13. bis 18. November 2019 hatten bei nicht sehr unterschiedlichem Niederschlags- und Temperaturverlauf ähnliche Schadensbilder, die aber lokal begrenzt und auf Grund funktionierender Hochwasserschutzanlagen bei weitem nicht die Größenordnung des Ereignisses im Jahr 1966 verursachten. Durch die Vorabsenkung des Völkermarkter Stausees (Kraftwerk Edling) an der Drau in Kärnten, konnten Überflutungen in Lavamünd verhindert werden. Dort befand sich eine Hochwasserschutzmaßnahme im Bauzustand.

Die österreichweit gemittelte Abflussbilanz zeigt erstmals seit Juli 2019, im November einen Wert der mit circa 15 Prozent über dem vieljährigen Mittel liegt.

Grundwasser

Im Süden Österreichs sank das Grundwasser in den ersten Novembertagen etwas ab oder verblieb auf etwa gleichem Niveau. Aufgrund der reichen Niederschläge stieg es dann stark an. In den schnell reagierenden Gebieten setzte zum Ende des zweiten Novemberdrittels die Absinkphase ein. In den langsam reagierenden Gebieten dauerte der Anstieg bis zum Monatsende fort. Sonst waren die Grundwasserverhältnisse in diesem Monat sehr inhomogen. So gab es fast in ganz Österreich Gebiete in denen die Grundwasserstände ein bis drei Wochen lang anstiegen und dann absanken. Es gab aber ebenso Gebiete in denen zunächst sinkende oder gleichbleibende Verhältnisse herrschten und dann nach ein bis zwei Wochen ein Anstieg einsetzte. In Nordtirol und Salzburg traten gebietsweise um den 6 und 18. beziehungsweise 20. November deutliche Grundwasserspitzen auf. Schließlich gab es noch Bereiche in denen das Grundwasser im November überwiegend absank oder bei etwas Bewegung auf ungefähr gleichem Niveau verblieb. Im Nordosten Österreichs wurden in einigen Grundwassergebieten den ganzen Monat leicht steigende Werte gemessen.

Veröffentlicht am 10.12.2019, Wasserhaushalt (Abteilung I/3)