Am Wasser – die Werkstätte der Hydrographie

Für viele wasserwirtschaftlichen Entscheidungen werden hydrographische Daten benötigt. Die Hydrografie Österreichs - eine unabhängige Einrichtung der Bundes- und Landesverwaltung – ist verantwortlich dafür, dass diese Daten erhoben und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Dazu ist es notwendig ein umfangreiches Messnetz am Leben zu erhalten und mit modernen Messgeräten auszurüsten.

Der Maßstab der Hydrographie - wie viel Wasser steht uns zur Verfügung?

Auch in einem wasserreichen Land wie Österreich ist die Kenntnis über den Wasserhaushalt eine wichtige Grundlage für viele wasserwirtschaftlichen Entscheidungen. Dies erklärt, warum bereits vor circa 120 Jahren ein hydrographisches Messnetz zur systematischen Erfassung der Komponenten des Wasserkreislaufes eingerichtet wurde. Die öffentliche Verwaltung ist verantwortlich dafür, dass der Zugang zu sauberem Wasser jedem Menschen in Österreich möglich ist und Wasser nicht zum Nachteil anderer genutzt werden darf. Um den nachhaltigen Umgang der Ressource Wasser - die primär vom Niederschlag beeinflusst wird - zu gewährleisten, ist es notwendig zu wissen, wie viel Wasser uns für das tägliche Leben zur Verfügung steht. Dazu braucht es ein kontinuierlich funktionierendes Messsystem und Menschen die dieses Messnetz - auch bei widrigen äußeren Bedingungen - betreuen.

Das Basisnetz der Hydrographie Österreichs umfasst Messstellen an Oberflächengewässern, in Grundwassergebieten und Messstellen für den Niederschlag, die Lufttemperatur und die Verdunstung die so positioniert sind, dass eine genaue Erfassung der zur Verfügung stehenden Wassermenge möglich ist.

Ein vielfältiges, sensibles Messnetz mit hohen Ansprüchen.

Der Betrieb dieser Messstellen erfordert eine robuste und zuverlässige Infrastruktur die an den örtlichen Gegebenheiten anzupassen ist. Viele Aufgaben der Hydrographie setzen voraus, dass die an der Messstelle gemessenen Daten zeitnah zur Verfügung stehen. Wichtige Pegel benötigen daher einen Strom- und Telefonanschluss und übertragen die mittels vielfältiger Sensoren gewonnenen Daten via GPRS – Netz oder eigenständiger Funksysteme. Die gewässerkundlichen Einrichtungen der Messstellen an Oberflächengewässer benötigen ab einer bestimmten Wassertiefe ein Pegelhaus zur Unterbring der hydrographischen Messeinrichtungen und Gerätschaften. Auffangbehälter zur Erfassung des Niederschlags, Thermometer zum Messen der Lufttemperatur, Sensoren für die Strahlungsmessung und zur Bestimmung der Schneehöhe, sind an Messmasten und je nach Aufstellungsort an unterschiedliche Montageeinrichtungen anzubringen. Messgeräte zum Messen der Grundwasserstände werden in eigens dafür gebohrten Grundwasserrohren und bestehenden Brunnen eingebaut. Die konzeptionelle Zusammenstellung, Montage und Installation wird von den Technikern des Hydrographischen Dienstes bewerkstelligt.

Wartung und Betreuung bei jedem Wetter.

Montagearbeiten und Reparaturen bei jeder Witterung sind die tägliche Herausforderung, die Wartung des Messnetzes und dessen Anpassung an den Stand der Technik oberstes Ziel. Durch den engagierten Einsatz gelingt es, Datenausfälle auch während extremer Situationen möglichst zu minimieren. Das Personal der Hydrographie Österreichs setzt alles daran die Wahrscheinlichkeit eines Datenausfalles während eines Hochwasserereignisses so gering als möglich zu halten und immer in der Lage zu sein, die Öffentlichkeit und die Einsatzkräfte zeitgerecht vor Hochwassergefahren warnen zu können.

 

Ein vielfältiges Messnetz mit hohem Wartungsaufwand.

Veröffentlicht am 09.07.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)