Hydrographische Übersicht Österreichs – Februar 2021

Nur an wenigen Tagen im zweiten Monatsdrittel wurde der ansonsten extrem milde Februar durch Zustrom polarer Kaltluft unterbrochen. Vor allem die Länge der Wärmeperiode in der zweiten Februarhälfte war ungewöhnlich. Dazu blieb es - bis auf Osttirol und in Oberkärnten - viel zu trocken. Mit den milden Temperaturen schmolz der in den alpinen Tallagen vorhandene Schnee, was den Abfluss in den Gewässern hoch hielt.

Überdurchschnittlich warm, sonnig und niederschlagsarm.

Fast alle Messstellen der ZAMG in Österreich zeigen im Februar 2021 einen ähnlichen Verlauf der Lufttemperatur-Tagesmittelwerte. Durchgehend überdurchschnittlich warme Tage im ersten Monatsdrittel wurden vom 10. bis 16. des Monats durch den Zustrom polarer Kaltluft unterbrochen. Darauf folgte eine ungewöhnlich lange Wärmeperiode bis zum Monatsende, mit Temperatur Monatsrekorden an vielen ZAMG-Klimastationen. Durchgehend an sechs Tagen im Februar wurden an zumindest einer Messstelle in Österreich 20 Grad und mehr gemessen. Die bisher längste derartige Serie an warmen Tagen im Winter stammt aus dem Jahr 1998, damals waren es 5 aufeinander folgende Tage. Im Flächenmittel, das heißt bezogen auf ganz Österreich, war es um circa +2,0 °C wärmer als im Mittel der Vergleichsperiode 1981-2010.

Westliche Wetterlagen und mediterrane Tiefdruckentwicklungen brachten nur in den ersten Februartagen und auch nur im Westen und Süden Österreichs Niederschläge nach Österreich. Zum Großteil hingegen überwog im Februar Hochdruckeinfluss mit dem Zentrum über Skandinavien und später über Zentraleuropa, der den Zustrom von feuchter Luft an die Ostalpen blockierte. Besonders wenig Niederschlag gab es nördlich und südlich des Alpenhauptkammes von Nordtirol über Salzburg bis nach Niederösterreich.

Trotz wenig Niederschlag blieb der Abfluss in den Gewässern auf mittlerem Niveau.

Die Abflüsse an den Gewässern Österreichs entsprachen nicht dem großflächigen Niederschlagsdefizit im Februar 2021. Die durch die hohen Temperaturen ausgelöste Schneeschmelze in den alpinen Tälern und die Niederschläge im letzten Drittel des Vormonats im östlichen Flach- und Hügelland hielten den Abfluss trotz wenig Niederschlag auf einem mittleren Niveau.

Grundwasser

Von Vorarlberg bis in den Westen Niederösterreichs setzte sich im Februar der Anstieg der Ende des Vormonats begonnen hatte in den schnell reagierenden Grundwassergebieten noch bis zu elf Tage, in langsam reagierenden Gebieten bis zu 21 Tage fort. Danach traten sinkende, selten auch gleichbleibende Verhältnisse ein. In einigen schnell reagierenden Gebieten wurden im letzten Monatsdrittel wieder steigende Werte verzeichnet. Im Süden begann der der Februar meist mit leicht sinkenden oder gleichbleibenden Werten. Danach wurde rund um den 10. Februar eine Spitze registriert, die mancherorts aber nur gering ausfiel. Teilweise wurden auch hier im letzten Monatsdrittel wieder etwas steigende Werte verzeichnet, aber meistens sank das Grundwasser bis zum Monatsende ab. Im Großteil der Grundwassergebiete mit großer Speicherfähigkeit im Nordosten des Landes herrschten den ganzen Februar meist steigende oder annähernd gleichbleibende Verhältnisse.

Veröffentlicht am 17.03.2021, Wasserhaushalt (Abteilung I/3)