Tiefenbohrungen zur Überwachung und Sicherung der Trinkwasserversorgung in Steiermark und Burgenland

Ab dem Frühjahr 2021 werden im Tiefengrundwasserkörper „Steirisches und Pannonisches Becken“ um knapp eine dreiviertel Million Euro weitere zehn Messstellen zur Verdichtung des Überwachungsmessnetzes errichtet. Die Finanzierung erfolgt zu gleichen Teilen durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und die Bundesländer Steiermark und Burgenland.

„Eine gesicherte Wasserversorgung der Bevölkerung hat für mich höchste Priorität. Dafür müssen wir unsere Gewässer schützen und auch bestmöglich erforschen. Trinkwasser ist unsere wichtigste Ressource und mit den Auswirkungen des Klimawandels sind solche Projekte wichtiger als je zuvor“, stellt Bundesministerin Elisabeth Köstinger zum Start der Arbeiten fest.

Wasser ist Leben. Österreich verfügt über qualitativ hochwertige Wasserressourcen in ausreichender Menge, wobei 100 % der Trinkwasserversorgung durch Grund- und Quellwasser abgedeckt werden. Tiefengrundwasservorkommen sind eine ganz besonders wertvolle Reserve, da es sich meist um sehr altes Wasser mit geringen Erneuerungsraten handelt.

Das „Steirische und Pannonische Becken“ fasst eine Gruppe von Tiefengrundwasserkörpern zusammen, die sich grenzüberschreitend von der Oststeiermark in das südliche Burgenland und in weiterer Folge nach Ungarn ausdehnen. Diese teilweise artesisch gespannten Tiefengrundwässer sichern die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigem Trinkwasser, zumal diese Wasserressource wegen Fehlens von seichten Grundwasservorkommen in der Regel auch die einzige und damit wichtigste Versorgungsquelle für die gesamte Region darstellt.

Eine der Kernaufgaben der Wasserwirtschaft ist die quantitative und qualitative Überwachung der Wasservorkommen. Allerdings stellt diese Überwachung bei Tiefengrundwässern, die durch ihre Lage tief unterhalb des Geländes vor Umwelteinflüssen gut geschützt sind, eine besondere Herausforderung dar. Im hydrogeologisch komplexen „Steirischen und Pannonischen Becken“ deuteten Trends von Druckspiegelentwicklungen in Einzugsbereichen von Brunnenanlagen der Kommunen und Wasserverbände darauf hin, dass zumindest regional kein Gleichgewicht mehr zwischen Tiefengrundwasserentnahme und Tiefengrundwasserneubildung gegeben war. Neben erfolgter Überprüfungen bestehender Wasserentnahmen müssen derartige quantitative Änderungen im Aquifersystem im Hinblick auf eine nachhaltige mengenmäßige Wasserbewirtschaftung durch Verdichtung des Messnetzes und neu abzuteufende Grundwassersonden genauer untersucht werden.

Für einen grenzüberschreitenden Grundwasserkörper wie das „Steirische und Pannonische Becken“ ist hinsichtlich Bewirtschaftung und Überwachung eine gemeinsame Vorgangsweise zwischen den betroffenen Bundesländern Burgenland und Steiermark in Abstimmung mit der beim Bund zuständigen Sektion Wasserwirtschaft im Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus erforderlich. In einem gemeinsam finanzierten und durch das Amt der Steiermärkischen Landesregierung koordinierten Projekt wurden bereits in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt neun Bohrungen an den Rändern des Tiefengrundwasserkörpers abgeteuft.

Ab dem Frühjahr 2021 werden um knapp eine dreiviertel Million Euro weitere zehn Messstellen mit insgesamt etwa 1.300 Bohrmetern zur Verdichtung des Messnetzes errichtet.

Veröffentlicht am 15.04.2021, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/2)

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