Sorgsamer Umgang mit Wasser in Trockenzeiten

Seit mehreren Jahren werden in weiten Teilen Österreichs Defizite der Jahresniederschlagssummen beobachtet. Durch die Niederschlagsdefizite verringert sich die Grundwasserneubildung und die Grundwasserstände sinken. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Grundwasserressourcen durch Wasserentnahmen für die unterschiedlichsten Nutzungen wie Trinkwasserversorgung, landwirtschaftliche Bewässerung, die industrielle Produktion und Freizeitnutzungen.

Gerade länger andauernde Trockenperioden stellen immer mehr Wasserversorger vor wachsende Herausforderungen. Obwohl in den vergangenen Jahren viel in die Versorgungssicherheit investiert wurde, unter anderem durch Bohrung zusätzlicher Versorgungsbrunnen oder den Bau überregionaler Verbundleitungen, stoßen vor allem kleinere Wasserversorger bei gleichzeitigem Bedarf großer Wassermengen durch mehrere Nutzungen an Kapazitätsgrenzen.    

Zur Frage der lokalen Wasserversorgung und zum richtigen Umgang mit Poolbefüllungen oder sonstigen Nutzungen (Autowaschen, Gartenbewässerung etc.) wird empfohlen, mit der jeweiligen Gemeinde Kontakt aufzunehmen, um die regionale Wasserverfügbarkeit abzuklären.

Grundsätzlich gilt - und umso mehr in anhaltenden Trockenperioden - einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser zu pflegen.

Unter Berücksichtigung der Vorrangstellung der Trinkwasserversorgung möchte das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT)  den Aufbau von landwirtschaftlichen Bewässerungssystemen für eine Ertragssicherung der Landwirtschaft ermöglichen.

Das BMLRT hat unter dem Titel „Wasserschatz Österreichs“ eine Studie beauftragt, um unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels den aktuellen und den künftigen Ausnutzungsgrad der Grundwasserressourcen für ganz Österreich darzustellen. Die Fertigstellung dieser Studie ist mit Jahresende 2020 geplant.

Darauf aufbauend werden Konzepte entwickelt, um die Versorgungssicherheit für alle Nutzungen mit ausreichend qualitativ hochwertigem Grundwasser - dem Wasserschatz Österreichs - auch in Zukunft zu gewährleisten.

Veröffentlicht am 19.05.2020, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/2)