Österreichs höchste Fischwanderhilfe eröffnet

Die feierliche Inbetriebnahme der Fischwanderhilfe beim VERBUND-Kraftwerk Annabrücke fand am 28. September 2020 im Beisein von Sektionschef DI Günter Liebel statt. Die Anlage überwindet einen Höhenunterschied von rund 26 Meter und ist aktuell die höchste Fischaufstiegshilfe Österreichs.

Maßnahmen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit und Verbesserung der Gewässerstrukturen dienen der Herstellung des guten ökologischen Zustands der Gewässer und erhöhen zusätzlich auch die Widerstandsfähigkeit der Gewässer gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels.

Beim Kraftwerk Annabrücke erfolgt die Wiederherstellung der Durchgängigkeit und somit die Fischpassierbarkeit der Drau im Bereich der Wehranlage durch die Errichtung einer 750 Meter langen Fischwanderhilfe mit 172 Pools und 21 Ruhe- und Laichzonen. Diese Anlage überwindet erstmalig einen Höhenunterschied zwischen Ober- und Unterwasser von ca. 26 Meter und ist damit die höchste Fischaufstiegshilfe Österreichs. Im Vergleich zu anderen Projekten, die meist einen Standard-Vertical-Slot-Fischpass verwenden, wurde bei diesem Projekt der enature®  Multistruktur Slot Beckenpass eingebaut, da er eine verbesserte ökologische sowie ökonomische Funktion aufweist.

Für die sogenannten Mittelstreckenwanderer unter den Fischen ist die Aufstiegshilfe für die Laichwanderungen besonders wichtig, um geeignete Laichplätze zu finden und um anschließend in den ursprünglichen Lebensraum zurückzukehren. Diese technische Fischwanderhilfe bietet durch die natürliche Sohle auch einen wertvollen Lebensraum für Mikroorganismen und kleinste Lebewesen wie zum Beispiel Larven.

Die Gesamtkosten für die Fischwanderhilfe Annabrücke belaufen sich auf etwa drei Millionen Euro. Das Projekt wurde durch das Ministerium und das Land Kärnten finanziell unterstützt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

 

Veröffentlicht am 28.09.2020, Siedlungswasserwirtschaft (Abteilung I/7)