Teichwirtschaft in Österreich

Teiche sind vom Menschen angelegte ablassbare Gewässer in unserer Kulturlandschaft. Die Teichwirtschaft in Österreich blickt auf eine lange Tradition zurück und ist mindestens seit dem 13. Jahrhundert bekannt (Waldviertel; Zwettl 1280). Ihre Blütezeit erlebte sie im 16 Jahrhundert. Heute liegen die Zentren der Teichwirtsdchaft im niederösterreichischen Waldviertel und in der südlichen Steiermark.

Heute wird mit ausgefeilten Bewirtschaftungssystemen gearbeitet, die die Sortierung in Altersklassen ermöglicht und auf verschiedene Teichtypen zurückgreifen kann.

7 bis 8 kg beträgt der jährliche österreichische pro Kopfverbrauch von Fisch und Fischprodukten über die letzten Jahre. Als guter und vielseitiger Speisefisch trägt der Karpfen einer Jahresproduktion von 647 t (2018) seinen Teil zur heimischen Speisefischproduktion bei.

Karpfen erreichen ihre Laichreife mit 3 – 4 Jahren. Sie ernähren sich von Zooplankton (Kleinkrebse) und Zoobenthos (Insektenlarven, Würmer, Schnecken,...), erreichen dabei Größen von durchschnittlich 35 – 50 cm, maximal > 100 cm und ein Gewicht von über 30 kg. In der Teichwirtschaft werden Karpfen zusätzlich mit Getreide gefüttert und mit einem Schlachtgewicht von 2 – 2,5 kg im Herbst abgefischt.

Wertvolle Ökosysteme und neue Herausforderungen

Teiche sind in einer zunehmend strucktur- und wasserarmen Kulturlandschaft wertvolle Ökosysteme. Sie bieten nicht nur bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum sondern wirken sich auch günstig auf das Kleinklima und den Wasserhaushalt der Landschaft aus. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Teich, in denen nachhaltig Speisefische gezogen werden, auch von Naturschutzgebieten und NATURA-200 Gebieten sind. Trotzdem steht die Teichwirtschaft vor Herausforderungen, die mit dem Klimawandel zu tun haben. Die Wassertemperaturen steigen im Frühjahr und Herbst und auch im Sommer kommt es zu Temperaturspitzen, die den Fischen zu schaffen machen. Das Bundesamt für Wasserwirtschaft unterstütz mit seinen Experten die Teichwirtschaft nicht nur bei der Bewältigung dieser Herausforderungen sondern bietet darüber hinaus fachliche Beratung zu vielen Aspekten der Bewirtschaftung von Teichen sowie spezielle Kurse.

Kurse Karpfenteichwirtschaft

Für Interessierte veranstaltet das Bundesamt für Wasserwirtschaft ab 2021 Kurse mit Themenschwerpunkten wie Biologie des Karpfens, Teichökologie und Teichbewirtschaftung, Veterinärrecht, Fischkrankheiten, Abfischung, Transport.

Weitere Informationen können unter oeko@baw.at angefordert werden.

Veröffentlicht am 17.03.2020, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3)