Die Äsche - der Fisch des Jahres 2021

Das Wahlergebnis zum Fisch des Jahres 2021 liegt vor: Die Äsche hat die meisten Stimmen erhalten und wird im kommenden Jahr besonders im Fokus stehen.

In der Vergangenheit war die Äsche eine sehr häufige Fischart in unseren Flüssen, sogar ein bestimmter Flussabschnitt - die sogenannte Äschenregion (Hyporhithral) - wurde nach ihr benannt. Dieser Lebensraum ist charakterisiert durch mäßige bis starke Strömung, kühles sauerstoffreiches Wasser auch im Sommer, und einen dynamischen Flusscharakter. Sie lebt in kleinen Gruppen, und wartet im Strömungsschatten von Steinen auf antreibende Nahrung. Der Großteil ihrer Nahrung besteht aus Wasserinsekten, im Winter vor allem aus deren Larven. Im Sommer kommt sie gerne zur Wasseroberfläche um Eintags-, Köcher-, und Steinfliegen zu fressen. Wegen dieser Eigenschaft ist sie bei Fliegenfischern sehr geschätzt, und wird liebevoll als die „Königin unserer Flüsse“ bezeichnet. Heute wird die Äsche von den Fischern in den meisten Revieren freiwillig ganzjährig geschont.

Besonders auffällig ist ihre hohe Rückenflosse, die auch als Fahne bezeichnet wird. Sie ist besonders bei Milchnern sehr ausgeprägt und schillert in den Farben des Regenbogens. Weitere Merkmale sind ihre tropfenförmige Pupille und ihr thymianartiger Geruch, der ihr den lateinischen Namen Thymallus thymallus eingebracht hat. Ihre durchschnittliche Größe liegt bei 25-35 cm, unter guten Bedingungen kann sie aber 50 cm erreichen. In großen Flüssen wie dem Inn oder der Enns kommen vereinzelt Exemplare mit bis zu 60 cm vor.

Die Laichzeit der Äsche fällt in die Monate März bis Mai, die Wassertemperatur liegt dann meist zwischen 7 – 11°. Die Fischart ist dabei auf Laichplätze an stark überströmten, sauberen Kiesbänken angewiesen. Sind diese verschlammt wie etwa in Stauräumen von Kraftwerken, oder werden durch Schwallbetrieb trockengelegt, ist keine natürliche Fortpflanzung mehr möglich. Aber auch Laichwanderungen, die Äschen vielerorts vom Hauptfluss in Nebengewässer führen sind oft durch Querbauwerke unterbunden. Die frisch geschlüpften Äschenlarven ernähren sich anfangs noch von ihrem Dottersack, und verlassen das schützende Kieslückensystem erst, wenn sie fress-, und schwimmfähig sind. Die Jungäschen ernähren sich anfangs noch von winzigen Kleinkrebsen, erst mit zunehmender Größe werden Wasserinsekten zu ihrer Hauptbeute.

Leider sind die einst so guten Bestände der Äsche in den letzten Jahrzehnten dramatisch eingebrochen. Die Hauptursachen liegen wie so oft, in der Zerstörung der ursprünglichen Lebensräume. Freie Fließstrecken, ohne Kraftwerke und Verbauung sind heute eine Seltenheit. Dadurch fehlen in vielen Flüssen intakte Laichplätze und Jungfischlebensräume. Stauraumspülungen führen zur Verschlammung ganzer Flussabschnitte, und wirken sich besonders auf die Jungäschen negativ aus. Auch der Einfluss von Fischprädatoren und die Klimaerwärmung spielen eine erhebliche Rolle beim Rückgang der Äschenbestände.   

Überblick über den Gefährdungsstatus der Äsche:
Rote Liste Österreich: gefährdet
Rote Liste Deutschland: stark gefährdet
Rote Liste Bayern: stark gefährdet
Im Anhang V der FFH Richtlinie (92/43/EWG) gelistet

Veröffentlicht am 20.11.2020, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/2)