Traisen

Die Sanierung der Traisenmündung ist Österreichs bislang größtes Renaturierungsprojekt und eine der umfassendsten Maßnahmen in ganz Europa. Zwei Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten untersuchen Ökologen nun den Erfolg der Maßnahmen.

Projektgebiet: liegt in Niederösterreich 
Projektträger: VERBUND- Austrian Hydro Power AG (AHP)
Projektdauer: 1. Jänner 2009 bis 31. Dezember 2016
Gesamtprojektkosten: 12.841.632,- € (ca. 41 % EU-Zuschuss)
Fläche: ca. 82 ha
Projektträger: VERBUND AHP,  Bundeswasserbau NÖ WA3, LAFO, NÖLFV, via donau

Das Projekt
 
Beim LIFE-Projekt „Traisen“ wird ein 12,5 Kilometer langer, mäandrierender Flussabschnitt mit dynamischer Uferentwicklung komplett neu angelegt und neue Verbindungen zu Augewässern und zur Donau geschaffen.

 
Ziele
 
Der Mündungsabschnitt des Flusses Traisen verläuft heute auf 7,5 Kilometern Länge als regulierter, geradliniger Kanal durch das Natura 2000 Gebiet „Tullnerfelder Donauauen“. Dieses Augebiet ist das größte geschlossene Augebiet Österreichs.

Dem regulierten Fluss fehlen aquatische und terrestrische Lebensräume und die Konnektivität mit umgebenden Aubereichen und Augewässern. Hochwässer der Traisen erreichen das Augebiet durch die Hochwasserschutzdämme nur mehr selten. Die Fischwanderung von der Donau in den Traisenfluss und das Augebiet ist durch Hindernisse unterbunden.

Ziel des LIFE-Projektes war die Neuschaffung eines 12,5 km langen Flussabschnittes mit intensivem Kontakt zur umgebenden Au. Im Vordergrund stand die Anbindung zahlreicher Gewässer an den neuen Hauptfluss, die Herstellung der Durchgängigkeit für Fische und andere Gewässerorganismen und die großzügige Errichtung von Überflutungszonen, die dem prioritären Lebensraumtyp „91E0“, speziell der hier typischen Silberweidenau, als Basis dienen. 
           

Maßnahmen 

  • Schutz bestehender Natur- Schutzobjekte durch Verfeinerung des naturschutzfachlich festgelegten Planungskorridors und ausgiebige Prüfung der Naturverträglichkeit des Großvorhabens.
  • Detailplanung, behördliche Bewilligungen und bauliche Herstellung eines 12,5 km langen, mäandrierenden Flusses, der sich in Zukunft dynamisch weiterentwickeln kann. Neuer Fließgewässerlebensraum bei Mittelwasser etwa 65 ha. Hochwasserentlastung über das bestehende Traisenbett ins Unterwasser des KW Altenwörth. Keine negative Veränderung der Hochwassersituation für Anrainer.
  • Entschädigung der Grundeigentümer als Basis für die Durchführung und natürliche Weiterentwicklung des neuen Flussabschnitts.
  • Schaffung vielfältiger Strukturen im Übergangsbereich Wasser- Land der Uferbereiche. Anlage von neuen Stillgewässern im Ausmaß von 12,5 ha, welche die Au durch Gewässervielfalt bereichern.
  • Schaffung eines ausgiebigen Überschwemmungsvorlands von 82 ha häufig überfluteter Standorte entlang des neuen Flussverlaufs. Hier waren die Standortvoraussetzungen für die Ausprägung der weichen Au, speziell der Silberweidenau, eines prioritären Lebensraumtyps (91E0), gegeben. Erhöhung des Anteils des Au- und flusstypischen Lebensraums, der heute im gesamten Natura 2000 Gebiet nur mehr 6% der Fläche beträgt.
  • Fischpassierbare Vernetzung des Augebiets und einzelner Augewässer mit dem neuen Traisenfluss und der Donau, durchgehende Fischgängigkeit des neuen Traisenflusses. Dadurch wurde  die Fischfauna der Donau, des Traisenflusses und der Augewässer nachhaltig gefördert. Zumindest 30 Fischarten können davon profitieren. Darunter befinden sich 15 Anhang-II-Arten der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie.

 

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)