Grenzüberschreitender Schutz der Großtrappe in Mitteleuropa

Um an den Erfolg der beiden vorangegangenen österreichischen LIFE bzw. LIFE+ Projekte anzuknüpfen, startete im Juli 2016 das bisher größte LIFE Projekt zum Schutz der Großtrappe. Erstmalig setzen Österreich und Ungarn in grenzüberschreitender Zusammenarbeit Maßnahmen, um die Erhaltung dieser außergewöhnlichen Vogelart sicherzustellen.

Projektgebiet: Vier österreichische Projektteilgebiete (Burgenland, Niederösterreich) sowie fünf ungarische Projektteilgebiete.

Projektträger: Österreichische Gesellschaft Großtrappenschutz

Projektpartner bzw. bzw. Kofinanziers: Europäische Union; Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung 5 - Anlagenrecht, Umweltschutz und Verkehr; Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Naturschutz; Netz Burgenland Strom GmbH; Bükk National Park Directorate (Ungarn); ELMŰ Hálózati Elosztó Korlátolt Felelősségű Társaság (Ungarn); Körös-Maros National Park Directorate (Ungarn); Kiskunság National Park Directorate (Ungarn); Hungarian Ornithological and Nature Conservation Society; Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (Österreich); Ministry of Agriculture (Ungarn).

Projektdauer: 25. Juli 2016 bis 31. Dezember 2023

Gesamtprojektkosten: 8.399.265 Euro (ca. 70 % EU-Förderung)

Projektnummer: LIFE15 NAT/AT/000834


Das Projekt

Erstmalig setzen Österreich und Ungarn in grenzüberschreitender Zusammenarbeit Maßnahmen, um die Erhaltung dieser außergewöhnlichen Vögel sicherzustellen.


 
Ziele
Umsetzen von Maßnahmen zur langfristigen Erhaltung dieser außergewöhnlichen Vögel. Dafür werden im Besonderen Maßnahmen gesetzt, die den Lebensraum verbessern und die Gefahr einer Leitungskollision – die bislang häufigste unnatürliche Todesursache - durch das Erdverkabeln von bestehenden Stromleitungen reduzieren. Damit ein Aussterben von lokalen Populationsteilen verhindert wird und die Maßnahmen möglichst Effizient zum Einsatz kommen, ist ein verbesserter Informationsaustausch mit den benachbarten Ländern (Deutschland, Serbien, Slowakei, Tschechische Republik etc.) in dem Projekt vorgesehen. 

            

Maßnahmen 

Maßnahmen werden gesetzt, die den Lebensraum verbessern und die Gefahr einer Leitungskollision – die bislang häufigste unnatürliche Todesursache - durch das Erdverkabeln von bestehenden Stromleitungen reduzieren. Damit ein Aussterben von lokalen Populationsteilen verhindert wird und die Maßnahmen möglichst effizient zum Einsatz kommen, ist ein verbesserter Informationsaustausch mit den benachbarten Ländern (Deutschland, Serbien, Slowakei, Tschechische Republik, …) in dem Projekt vorgesehen.  

Von Beginn an wurde der Schutz der Großtrappe von einem methodisch durchgeführten Monitoring begleitet. Die dabei erhobenen Daten zeigen die Effektivität bisheriger Maßnahmen und bieten die Grundlage für die Planung weiterer Schritte. So werden im Zuge des LIFE-Projektes „Grenzüberschreitender Schutz der Großtrappe in Mitteleuropa“ weitere 41,5 km Mittelspannungsleitungen innerhalb, aber auch zwischen den von Großtrappen häufig genutzten Gebieten, erdverkabelt.

 

Einige dieser geplanten Erdverkabelungen liegen in Natura 2000-Gebieten, jedoch ist es ebenfalls notwendig, die Gefahr in wichtigen Flugkorridoren zu reduzieren.

 

Um den Informationsaustausch und die Bewusstseinsbildung zu unterstützen, wird ein Besucherzentrum in Kunszentmiklós (Ungarn) erbaut, in dem Konferenzen und Weiterbildungskurse stattfinden können. Außerdem ist es Startpunkt eines Naturlehrpfades mit mindestens fünf Aussichtspunkten auf das ungarische Natura 2000-Schutzgebiet Kinskunság.

 

In vier Jagdrevieren kommt auf rund 25.000 ha eine nachhaltig wirksame Prädatorenkontrolle zum Einsatz.

 

Insgesamt werden in Österreich und Ungarn 24 erwachsene, weibliche Großtrappen mit GPS-basierten Sendern ausgestattet. So können neue Informationen über ihren bevorzugten Lebensraum, die Metapopulationsdynamik und die Verwendung von peripheren Lebensräumen gesammelt werden. Ein Monitoring der Populationsgröße und der Lebensräume erfolgt in allen Projektteilbereichen in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und wird mit Geographischen Informationssystemen (GIS) ausgewertet.

 

Im Zuge des Projektes werden in Ungarn zudem weitere Arten (Säugetierarten sowie am Boden brütende Vogelarten) überwacht. Dabei sollen auch die sozioökonomischen Auswirkungen ermittelt werden.

 

Die enge Zusammenarbeit mit Großtrappen-ExpertInnen aus Deutschland, Serbien, Slowakei, der Tschechischen Republik etc. soll die Effektivität der Maßnahmen erhöhen und den optimalen Schutz der Großtrappen gewährleisten.

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)