Grenzüberschreitender Schutz der Großtrappe in Österreich

Kollisionen mit Leitungsdrähten von Mittel- und Hochspannungsleitungen sind für Großtrappen (Otis tarda) eine große Gefahr.

Projektgebiet: in Burgenland sowie in Niederösterreich
Projektträger:  Österreichische Gesellschaft Großtrappenschutz
Ing. Werner Falb-Meixner (Obmann)
Dauer: August 2005 bis Juli 2010
Gesamtprojektskosten: 5.840.760 € (EU-Zuschuss: 60 %)

Partner: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung (Abt. Naturschutz), Amt der Burgenländischen Landesregierung (Abt. 5/III - Naturschutz), EVN AG Energie-Versorgung Niederösterreich, BEWAG – Burgenländische Elektrizitätsgesellschaft Aktiengesellschaft, VERBUND-Austrian Power Grid AG und ÖBB-Infrastruktur Bau AG sowie dem Co-Finanzierungspartner Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW, Abt. II/4).


In Österreich stellen Kollisionen mit Leitungsdrähten von Mittel- und Hochspannungsleitungen derzeit die größte Gefährdung für adulte und immature Großtrappen (Otis tarda) dar. So sind allein in einer österreichischen Teilpopulation innerhalb eines einzigen Jahres (2003) nahezu 20% der dort lebenden 45 Großtrappen durch Kollision gestorben.

Nach einem jahrzehntelangen dramatischen Rückgang der österreichischen bzw. der gesamten westpannonischen Großtrappenpopulation konnte erst in den letzten 10 Jahren aufgrund von umfangreichen Maßnahmen zur Habitatverbesserungen ein Zuwachs verzeichnet werden. Das österreichische LIFE-Projekt ergänzt die gleichzeitig stattfindenden Trappenschutzprojekte in den beiden Nachbarstaaten Ungarn und der Slowakei.

Die Hauptziele des LIFE-Projektes sind, die Gefährdung durch den österreichweit wichtigsten Mortalitätsfaktor für adulte und immature Großtrappen, Kollisionen mit Leitungsdrähten, in Österreich zu reduzieren und gleichzeitig die intensiven Managementmaßnahmen in den ostösterreichischen Trappenlebensräumen fortzusetzen. Dadurch soll es auch längerfristig zu einem Anstieg der österreichischen bzw. der gesamten grenzüberschreitenden westpannonischen Großtrappenpopulation kommen.
 
Außerdem soll der Bevölkerung anhand des Trappenschutzes der besondere Wert ihrer regionalen Kulturlandschaft und die Notwendigkeit eines integrierten Naturschutzes im Rahmen von Natura 2000 und LIFE vermittelt werden.

Maßnahmen

  • Erdverkabelung von 42 km Mittelspannungsleitung;
  • Markierung von ca. 125 km Hochspannungsleitungen;
  • Untersuchungen zur Wirksamkeit der gewählten Markierungsmethoden;
  • Fachgerechte Betreuung der Großtrappen und Gebietsmanagement;
  • GIS Aufbereitung von Trappenbeobachtungen und Trappenschutzflächen;
  • Bereitstellung eines mitteleuropäischen Trappenkoordinators;
  • Interessensausgleich mit der örtlichen Bevölkerung sowie
  • verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. 
     

Ansprechpartner:
Mag. Rainer Raab
Projektassistent und Mitteleuropäischer Trappenkoordinator
Technisches Büro für Biologie
Quadenstraße 13
2232 Deutsch-Wagram
E-Mail: rainer.raab@grosstrappe.at

 

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)