Hang- und Schluchtwälder im Oberen Donautal

Die südexponierten, sehr warmen und teils schroffen Felsbereiche des Oberen Donautales bieten für Traubeneiche, Wacholder und gute Wachstumsbedingungen. Mit dem LIFE-Projekt konnte ein grenzüberschreitendes Netzes an hochgradig naturnahen Wäldern geschaffen werden.

Projektgebiet: Oberösterreich und Bayern
Projektträger: Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Dauer: 1.10.2004 bis 30.9.2009
Gesamtprojektskosten: 3,750.000 € (EU-Zuschuss: 40 %)
Fläche: 5.715 ha 

   
Im Oberen Donautal blieben dank der naturschonenden, nachhaltigen Bewirtschaftung ausgedehnte Eichen-Hainbuchenwälder, Linden-Ahorn-Schluchtwälder und Buchenwaldgesellschaften erhalten. Die südexponierten, sehr warmen und teils schroffen Felsbereiche bieten für Traubeneiche, aber auch für Wacholder und sogar für die Elsbeere gute Wachstumsbedingungen. In den schattigen Seitentälern verbergen sich floristische Kostbarkeiten wie Flatterulme sowie Lilien- und Orchideenarten.

Europaweit seltene Tierarten wie Schwarzstorch, Uhu und Hirschkäfer sowie die national bedrohten Smaragdeidechsen und Äskulapnattern konnten in den unzugänglichen Wäldern und Felsbereichen überleben.
 
Um diese Arten und Lebensräume, die in Europa bereits selten geworden sind, langfristig zu erhalten, wurden sowohl in Bayern als auch in Oberösterreich im Oberen Donautal Natura-2000-Gebiete (Europaschutzgebiete) ausgewiesen.
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Mit dem LIFE-Projekt konnte ein grenzüberschreitendes Netz an naturnahen Wäldern geschaffen werden. Dies wurde erreicht durch:

  • Nutzungsverzicht und -einschränkungen auf rund 550 Hektar Wald  (Vertragsnaturschutz; teilweise Ankauf),
  • Entfernung standortfremder Baumarten auf rund 50 Hektar (vorwiegend Sonderstandorte, wie Bachschluchten oder Blockströmen). 
  • Kleingewässerkomplexe wurden angelegt, um neue Lebensräume für die seltenen Amphibienarten Kammmolch und Gelbbauchunke zu schaffen.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Homepage, Folder, Informationstafeln, Wanderausstellung, Naturlehrpfad im bayerisch-österreichischen Grenzbereich.


Projektkoordination (OÖ und Bayern):
EZB Zauner
DI Dr. Gerald Zauner
 

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)