Revitalisierung Donauufer

Der Nationalpark Donau-Auen umfasst eines der letzten, großflächigen, unverbauten Augebiete Europas. Teile der Donauufer waren waren mit Blockwurf befestigt, die Auen von der Dynamik der Donau entkoppelt.

Die EU-Kommission zeichnete das LIFE-Projekt "Uferrückbau Hainburg" 2009 als eines der besten LIFE-Projekte in Europa aus.

Projektgebiet: Niederösterreich
Projektträger: Nationalpark Donau-Auen GmbH
Dauer: 2002 bis 2006

Gesamtkosten: € 1.777.750 (EU-Zuschuss: 40 %)
Fläche: 800 ha sowie 2,85 km Flussufer
 
Der 1996 gegründete Nationalpark Donau-Auen umfasst eines der letzten, großflächigen, unverbauten Augebiete Europas. In den Donau-Auen ist die Dynamik eines großen Stromes noch wirksam. Auf einer Fläche von 9.300 ha sichert der Nationalpark den rund 50 km langen Donauabschnitt zwischen Wien und Bratislava mit seinen Ufern, Inseln und den angrenzenden Auwäldern. Die Au ist Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten, so auch für den Seeadler. Dieser ist das Wappentier Österreichs!

Die Strukturarmut der verbauten Flüsse macht auch vor dem Nationalpark-Gebiet nicht halt: Weite Teile der Donauufer sind monoton mit Blockwurf befestigt! Die Aulandschaft wird durch die Uferbefestigungen von der Dynamik des Stroms entkoppelt. Befestigte Ufer sind für Arten, welche seichte Kiesbänke benötigen nicht nutzbar (etwa kiesbrütende Vögel wie Flussuferläufer und Regenpfeifer oder diverse strömungsliebende Fischarten).

Der Nationalpark Donau-Auen hat im Rahmen seines ersten LIFE-Natur-Projektes "Gewässervernetzung und Lebensraummanagement Donauauen" (siehe "Donau-Auen I") Altarme wieder an die Donau angebunden. Durch den Rückbau eines Uferabschnittes im Zuge des neuen LIFE-Projektes "Revitalisierung Donauufer" ("Donau-Auen II) soll nun der Strom wieder natürliche Ufer ausbilden können und zu einer dynamischen Einheit mit der angrenzenden Au werden. Diese Maßnahme wird erstmals in Mitteleuropa an einem Fluss dieser Größe durchgeführt.
 
Im Projektgebiet, gegenüber der Stadt Hainburg, wurden die Verbauungen entfernt, das linke Donauufer konnte in seinen natürlichen Zustand zurück versetzt werden. Die Kraft des fließenden Wassers bewirkt eine umfassende Umgestaltung des Ufers und verwandelte die einstige steile Böschungskante wieder in ein natürliches Flachufer. Das dynamische Wechselspiel von Anlandung, Abtrag und Umlagerung formt eine vielfältige Uferlandschaft, die sich ständig verändert. Neue Lebensräume für gefährdete Arten können wieder entstehen. Kiesbrüter und Kieslaicher finden ebenso verbesserte Bedingungen vor wie Bewohner der Steilwände (z.B. Eisvogel) und diverse Wasservögel, welche der Seeadler wiederum als Nahrung nutzt.
 
Der Fluss dringt nun bei höheren Wasserständen wieder verstärkt in die Aulandschaft ein, und die Grundwasserverbindung zwischen Hauptstrom und Hinterland konnte sich wieder verbessern. Spaziergänger und Erholungssuchende können die Entwicklung der natürlichen Flussufer beobachten.
 
Das zweite Teilprojekt im Rahmen diese LIFE-Projektes 2002-2006 war dem Rückbau der Forstwege bei Orth/Donau gewidmet. Die Zerschneidung der Altarme durch zahlreiche Traversen konnte rückgängig gemacht werden, das Grabensystem ist wieder durchgängig. Der natürliche Prozess der Verlandung, der durch die Traversen zusätzlich beschleunigt wird, konnte verlangsamt werden. Viele Arten wie Hundsfisch, Europäische Sumpfschildkröte und diverse Amphibien profitieren von dieser Maßnahme und können sich wieder besser ausbreiten.
 
In Verbindung mit dem Forstwegerückbau bei Orth/Donau wurde ein Wegekonzept erstellt: Ausgewählte Bereiche des Auwaldes wurden beruhigt, die Besucher-Routen wurden attraktiv gestaltet. Die alten Traversenschüttungen wurden durch Holzstege ersetzt. 
 
Award 2009
Die EU-Kommission hat 2009 das LIFE-Projekt "Uferrückbau Hainburg" als eines der besten LIFE-Projekte in Europa ausgezeichnet.  

Ansprechpartner
Mag. Georg Frank
Nationalpark Donau-Auen
Schlossplatz 1
2304 Orth an der Donau
E-Mail: g.frank@donauauen.at

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)