Gewässervernetzung und Lebensraummanagement Donauauen

Auf einer Fläche von 95 km2 sichert der Nationalpark Donau-Auen den rund 50 km langen Donauabschnitt zwischen Wien und Bratislava mit seinen Ufern, Inseln und den angrenzenden Auwäldern mit den dazwischen liegenden Wiesen.

Projektgebiet: in Niederösterreich und Wien Projektträger: Nationalpark Donau-Auen GmbH, unter Beteiligung des BMLFUW
Dauer: 1998 bis 2002
Gesamtkosten: 2.822.030 € (EU-Zuschuss: 50 %)
Fläche: 11.600 ha

 
Der 1996 gegründete Nationalpark Donau-Auen umfasst eines der letzten großflächigen Augebiete Europas. In den Donau-Auen ist die Dynamik eines großen Stromes noch wirksam. Auf einer Fläche von 95 km2 sichert der Park den rund 50 km langen Donauabschnitt zwischen Wien und Bratislava mit seinen Ufern, Inseln und den angrenzenden Auwäldern mit dazwischen liegenden Wiesen.
 
Die Au ist heute Lebensraum für bemerkenswerte 5.000 Tierarten; davon sind über 200 Wirbeltierarten: rund 40 Säugetierarten, 110 Brutvogelarten, acht Reptilien-, zwölf Amphibien und mehr als 50 Fischarten. Nahezu 70 Arten dieser Wirbeltierfauna gelten bereits als bedroht. Diese Vielfalt wird durch die verschiedenen Entwicklungsstadien des Auwaldes ermöglicht. Die unterschiedlichen Gewässertypen reichen vom mächtigen Donaustrom über verlandende Altarme bis zu nur zeitweise wasserführenden Tümpeln. Durch die Donauregulierung sind die Altarmsysteme der Auen weitgehend vom Hauptstrom der Donau abgetrennt worden.
 
Mit Hilfe des LIFE-Projektes konnten einige bisher nur bei Hochwasser durchströmte Augewässer wieder mit der Donau verbunden werden. Querbauwerke wurden entfernt oder mit Durchlässen versehen. Hochwässer können nun in die Auen eindringen, die abfließenden Wassermassen verstärken den Sedimentaustrag und reduzieren dadurch die Verlandung. Die Dynamik der Spiegelschwankungen fördert die Entwicklung der Auenvegetation.
 
Auch trockengefallene Seitengräben wurden wieder mit der Donau vernetzt; Feuchtwiesen durch spezielles Management als Lebensraum für den Wachtelkönig und andere gefährdete Arten gefördert. Die wertvolle Vegetation des Hochwasserschutzdammes wird durch Mahdmanagement erhalten. Weitere Maßnahmen wurden vorbereitet, wie Überströmstrecken und Damm-Durchbrüche.
 
Mit den Maßnahmen des LIFE-Projektes wurde der Wasserhaushalt der Donau-Auen zwischen Wien und Bratislava entscheidend verbessert. Die nun vorliegenden Kenntnisse erlauben eine bessere Berücksichtigung dieser Standorte bei weiteren wasserbaulichen Planungen.
 

Ansprechperson:
Mag. Georg Frank
Nationalpark Donau-Auen
Bereich Natur & Wissenschaft
Schlossplatz 1
2304 Orth an der Donau
E-Mail: g.frank@donauauen.at

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)