Internationales Bartgeierprogramm in den Alpen

Der Bartgeier galt einst als gefährlicher Beutegreifer und wurde intensiv gejagt, bis er zu Beginn des 20. Jahrhunderts gänzlich aus den Alpen verschwand. Mit dem Projekt sollte eine selbstständige Bartgeierpopulation in den Alpen initiiert werden.

Projektgebiet: Alpenbogen
In Österreich: K, NÖ, OÖ, S, ST, T, V
In Frankreich: Rhône-Alpes,   Provence-Alpes-Côte d' Azur
In Italien: Piemonte, Valle d'Aosta, Lombardia, Trentino-Alto Adige

Projektträger: 
ASTERS (Agir pour la Sauvegarde des Territoires et des Espèces Remarquables ou Sensibles)
F-74370 Pringy, PAE de Pré Mairy. 84, Route du Viéran, Frankreich 
Dauer: 1.4.2003 bis 31.3.2007
Gesamtprojektskosten: 1,726.194 € (EU-Zuschuss: 60%)
LIFE 03 NAT/F/000100 

 
Ein europäisches Programm zur Erhaltung des Bartgeiers in den Alpen:
 
Die Maßnahmen im Rahmen dieses drei Alpenländer umfassenden, von Frankreich eingereichten und von Österreich und Italien unterstützten internationalen LIFE-Artenschutzprojekts werden von ASTERS in Frankreich in Zusammenarbeit mit folgenden Schutzgebieten koordiniert: 
 
 

  • Nationalpark Hohe Tauern – Österreich
  • Nationalparks Vanoise und Mercantour sowie LPO (Verein zum Schutz der Vögel) – Frankreich
  • Nationalparks Gran Paradiso, Stilfserjoch und der Naturpark Alpi Marittime – Italien
  • Weitere Partner sind der Nationalpark Les Ecrins in Frankreich und der Schweizerische Nationalpark  


Seit Beginn des aktuellen Projektes, der Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen liegt die wissenschaftliche Gesamtleitung ebenso wie die Koordination der Zucht in den Händen der „Foundation for the Conservation of the Bearded Vulture“ (FCBV). Das Netzwerk alpiner Schutzgebiete stellt seine Erfahrungen im Bereich internationaler Koordination für das Monitoring zur Verfügung.
 
ZIEL: Schaffung einer selbstständigen Population in den Alpen

Die Fortführung der Wiedereinbürgerung
Die schwache, im Aufbau befindliche Population in den Alpen wird jährlich durch die Freilassung von 6 bis 8 gezüchteten Jungvögeln verstärkt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Haltungs- und Aufzuchtbedingungen, die von der Vienna Breeding Unit in Österreich koordiniert werden, um die Produktivität der Paare in 4 Zuchtzentren und in den 30 beteiligten Tiergärten zu erhöhen.


Das Monitoring der Vögel
Um eine Identifizierung der Vögel für zwei Jahre zu ermöglichen, sind die freigelassenen Tiere beringt und an einigen Federn gebleicht. Die Besenderung einiger Vögel und die Entwicklung eines genetischen Programmes ergänzen die Ergebnisse des internationalen Monitorings, das aus einem internationalen Beobachternetzwerk besteht, um die Entwicklung der Population nachzuvollziehen, die Überlebensrate zu bestimmen und die Verbreitung der Vögel zu verfolgen.


Schutz der Fortpflanzungspaare
Das angestrebte Ziel für 2007 ist der Aufbau von 9 oder 10 Paaren die sich fortpflanzen. Um Störungen der Paare zu vermeiden, bedarf es der Zusammenarbeit aller Interessentengruppen wie Kletterer, Luftsportler, Jäger, Fotografen und anderer mehr durch eine sinnvolle und angepasste Raumaufteilung. In Anwendung der Vogelschutzrichtlinien werden neue Sonderschutzzonen ausgewiesen. Als gefährlich geltende Stromleitungen und Seilbahnkabel sollen ausgerüstet oder entfernt werden, um Unfälle zu verhindern.


Informieren, sensibilisieren und teilen
Neuigkeiten über die Bartgeier werden mittels Newsletter an das Netz der europäischen Beobachter weitergegeben („la Plume du Gypaete“, „Gipeto Informa“ und „Der Bartgeier“. Um den Informationsaustausch zu erleichtern wird den Partnern eine Internet-Plattform zur Verfügung gestellt. Die europäischen Akteure die in den Schutz des Bartgeiers eingebunden sind, werden im Rahmen der jährlichen Treffen zwischen den Gruppen der verschiedenen Programme, die gemeinsam mit dem Treffen der FCBV und dem Workshop Greifvögel des Alpinen Netzwerks stattfinden, Synergien entwickeln. 
 
Ansprechpartner:
Dipl. Ing. Ferdinand Lainer
Nationalpark Hohe Tauern 
Kaprunerstraße 7 
5700 Zell am See 
E-Mail: ferdinand.lainer@salzburg.gv.at
 

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)