Lavant– Lebensraumvernetzung für gefährdete Kleinfischarten

Das Europaschutzgebiet "Untere Lavant" beherbergt für Kärnten einzigartige und europaweit stark gefährdete Fischarten. Mit dem LIFE-Projekt wurde die Durchgängigkeit der Fließstrecke für Fische wieder hergestellt. Altarme und Zubringer wurden an den Fluss angebunden und neue Stillgewässer geschaffen.

Das Europaschutzgebiet "Untere Lavant" beherbergt für Kärnten einzigartige und europaweit stark gefährdete Fische, wie den Steingreßling (Romanogobio uranoscopus), den Streber (Zingel streber), die Hundsbarbe (Barbus petenyi-Gr.) und den Frauennerfling (Rutilus pigus). Schutzziele waren die Erhaltung bzw. die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Fließstrecke sowie  eine bessere Anbindung der Auwaldflächen an den Fluss.  

Die Lavant galt ursprünglich als das fischreichste Fließgewässer Kärntens. Regulierungsmaßnahmen, energiewirtschaftliche Nutzungen und Abwässer haben die Situation grundlegend geändert. Der Lebensraum gefährdeter Fischarten wie Steingressling, Streber und Hundsbarbe ist durch Kontinuumsunterbrechungen erheblich eingeschränkt.

Im Rahmen des LIFE-Projekts wurden  Maßnahmen gesetzt, welche die Fischwanderung wieder ermöglichen und besonders auf die Habitatansprüche gefährdeter Kleinfischarten ausgerichtet waren. Zu diesem Zweck bauten die Wasserbauer alle unpassierbaren Sohlstufen im unteren Flussabschnitt um, wodurch die Lavant von der Mündung bis zum Flusskilometer 21 wieder fischpassierbar ist. Begleitend dazu wurden bestehende Altarme und Zubringer an den Fluss angebunden und neue Stillgewässer geschaffen. Das einheitliche Profil der Lavant wurde  in einigen Bereichen durch Strukturierungsmaßnahmen und die Neugestaltung eines 400 m langen Abschnitts aufgewertet.

Im Oktober 2015 fand in der  Mühldorfer Au die Abschlussfeier des LIFE-Naturschutz-Projekts“ Lavant“ statt.

Projektgebiet: Kärnten

Projektträger: Land Kärnten unter Beteiligung der ÖBB und des BMLFUW

Dauer: 2011–2015

Kosten: 3.083.000 € (50 % EU)

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)