Gewässerentwicklung Gail – Ein integratives Natura 2000-Modell

Die Gail durchfließt das Natura 2000-Gebiet „Görtschacher Moos-Obermoos“  auf einer Länge von rund 14 km. Der Fluss wurde im Rahmen des LIFE-Natur-Projektes revitalisiert.

Das Projektgebiet umfasste die Gail und ihr Umland im mittleren Gailtal (Kärnten). Es ist Teil des Europaschutzgebietes/Natura 2000-Gebietes „Görtschacher Moos-Obermoos“.  Der Gailfluss wurde in den Jahren 2010 bis 2014 revitialisiert.  Die überregional bedeutsamen Feuchtflächen des  Natura-2000-Gebiets wurden  quantitativ und qualitativ verbessert.

Das Projekt wurde von der Bundeswasserbauverwaltung Kärnten durchgeführt und von der Abteilung Naturschutz des Landes Kärnten und dem LIFE-Natur-Fonds der EU finanziell unterstützt.

Das LIFE-Projekt an der Gail zeigt vorbildhaft für ähnliche Flüsse in Europa, wie eingedämmte Flüsse in Natura 2000-Gebieten revitalisiert werden können. Probleme lösten  die Fachleute des  Naturschutzes und des Wasserbaus gemeinsam mit den Grundbesitzern und den Gemeinden Feistritz, St. Stefan und Nötsch.

Ziel des LIFE-Projektes war es, in der Gail wieder flusstypspezifische Lebensräume zu schaffen und morphologische Prozesse zuzulassen, gleichzeitig aber den Hochwasserschutz für flussabliegende Siedlungsgebiete zu erhalten und den künftigen Instandhaltungsaufwand zu minimieren. In drei Pilotstrecken wurden dazu Lösungsmöglichkeiten für den Umbau der Gail innerhalb der Dämme getestet. Die Ergebnisse der Modellversuche werden als Grundlage für weitere Restrukturierungsmaßnahmen an der Gail und anderen Flüssen mit vergleichbarer Problemstellung dienen.

Projektgebiet:

Das Natura-2000-Gebiet liegt östlich von Hermagor zwischen Pressegger See und Nötsch in der Flussniederung der Gail (Kärnten, Österreich).


Projektträger: Land Kärnten unter Beteiligung des BMLFUW

Dauer: 1. Jänner 2010 bis 31. Dezember 2014


Gesamtprojektkosten: Das Gesamtvolumen der Projektmaßnahmen betrug rund 2,54 Millionen Euro, rund 1,27 Millionen davon kamen aus dem LIFE-Natur-Fonds der EU, die Bundeswasserbauverwaltung Kärnten übernahm mit 0,98 Millionen Euro mehr als die Hälfte der Kosten, den Rest finanzierte das Land Kärnten.

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)