Freisetzung junger Flussperlmuscheln für die Maltsch

Bei diesem bilateralen Ereignis steht  die Flussperlmuschel an der Maltsch/Malše, einem gemeinsamen Österreichisch-Tschechischen Gewässer, im Mittelpunkt der Interesses. Premierminister Ing. Andrej Babiš und Umweltminister Mag. Richard Brabec (Tschechische Republik) sowie Sektionschef Dipl.-Ing. Günter Liebel (Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus) und Landesrat Ing. Wolfgang Klinger (Land Oberösterreich) begleiten am 26. August 2020 hochrangig die Ausbringung von jungen Flussperlmuscheln.

Gefördert im Rahmen des fünften EU Programms für grenzüberschreitende Kooperationen (INTERREG V-A) befasst sich das bilaterale Interreg V-A Projekt „Malsemuschel“ mit der Maltsch/Malše und deren Zuflüssen in Oberösterreich und Südböhmen. Leadpartner ist das Umweltministerium der Tschechischen Republik, weitere Projektpartner sind das Wasserwirtschaftliche Forschungsinstitut T.G. Masaryka, die Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik, das Kreisamt für den südböhmischen Kreis und das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung.

Ziel des Projektes sind die Quantifizierung der Sedimentfracht, die Entwicklung und teilweise Umsetzung von Sedimentmanagementmaßnahmen und die Verbesserung der Lebensbedingungen für die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel.

In dem Projekt sollen Lösungsansätze für diese Problembereiche

•             Wirtsfischsituation

•             Adulttierpopulation

•             Lebensraumqualität

gemeinsam entwickelt, in Teilen umgesetzt und evaluiert werden.

Der tschechische Projektsteil besteht hauptsächlich aus der Nachzucht der Muscheln und der Erhebung der abiotischen Umweltfaktoren.

Der oberösterreichische Teil befasst sich maßgeblich mit der Quantifizierung und dem Management der Sedimentfrachten der Maltsch/ Malše. Hierzu werden unter anderem Sedimentrückhaltebecken im Mündungsbereich von Zuflüssen errichten, um den Feinsedimenteintrag in den Hauptfluss quantifizieren zu können.  Von den österreichischen Bearbeitern werden weitere sedimentmindernde Maßnahmen, etwa die Anlage von Uferschutzstreifen, umgesetzt.

Das übergeordnete Projektziel besteht darin, in der Maltsch/ Malše die Sedimentfracht eines bestimmten Flussabschnittes quantifizieren zu können und daraus Maßnahmenvorschläge zur Reduktion von Eintrag und Ablagerung von Sand und Feinsedimenten abzuleiten.

Die hierbei entwickelte Methodik soll zukünftig für andere Gewässer Anwendung finden.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den angeführten Links.

Veröffentlicht am 24.08.2020, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/2)