Moor- und Seenlandschaft Keutschach-Schiefling

Eiszeitliche Seenlandschaft mit vier Seen von unterschiedlicher Größe und mehreren Verlandungsmooren (typische Eiszerfallslandschaft).

Eiszeitliche Seenlandschaft mit vier Seen von unterschiedlicher Größe und mehreren Verlandungsmooren (typische Eiszerfallslandschaft). Die vier unterschiedlich großen Seen und ihre Umgebung sind Fremdenverkehrs- und beliebtes Naherholungsgebiet.

Gebietsbeschreibung

Das Ramsar-Gebiet umfasst zehn Teilgebiete entlang des 12,5 km langen Seentales in den Gemeinden Keutschach am See und Schiefling am Wörthersee. Im Gebiet liegen Keutschacher See, Hafnersee, Rauschelesee, Baßgeigensee und einige Teiche.

Flachmoore, feuchtigkeitsliebende Wälder, Wiesen und Seen charakterisieren die vom Draugletscher geprägte Landschaft des Keutschacher Seentales. Unzählige, zum Teil gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden hier ihren Lebensraum: Blauflügel-Prachtlibelle, Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Seerose etc. Von Schiefling bis zum etwa 5 km entfernten Hafnersee verläuft der "Natura Trail Keutschacher Seental". Per Rad oder zu Fuß bekommen die Besucher unterschiedliche Lebensräume zu sehen, die im Zusammenspiel von Mensch und Natur geschaffen wurden.

Kulturgeschichte

Kulturhistorisch sind die Reste eines Pfahlbaudorfes aus der jüngeren Steinzeit von Interesse, die an einer seichten Stelle im Keutschacher See zu sehen sind. Seit 2011 sind sie gemeinsam mit vier Pfahlbausiedlungen am Mondsee und Attersee UNESCO-Welterbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen".

Gebietsbetreuung

Die Betreuung des Ramsar-Gebietes "Moor- und Seenlandschaft Keutschach-Schiefling" obliegt zwei Vereinen, in Keutschach ist es der „Ramsar Verein 4-Seental Keutschach " und in Schiefling ist es der Verein „Schieflinger RAUM (Ramsar Arbeitsgruppe Unser Moor)“. Ebenso sind die Naturfreunde Schiefling bemüht, durch Aufklärung der Bevölkerung (Wandertage, diverse Aktionstage) auf die Bedeutung des Gebietes hinzuweisen. Ziel beider Vereine ist es, diese einzigartige Kultur- und Naturlandschaft in ihrer Vielfältigkeit zu erhalten und die fortschreitende Verwaldung und Verbuschung einzuschränken.

Dies wird in Form von speziellen Pflegemaßnahmen erfolgen, z. B. durch Entfernen der Gehölze oder Schlegeln. Auf diese Art werden bestimmte Flächen wieder bewirtschaftbar gemacht und als Lebensraum für eine Vielzahl von seltenen und gefährdeten Pflanzen- und Tierarten (z. B. Orchideen, Sonnentau, Lungen-Enzian, Schmetterlinge) erhalten. Ein Schwerpunkt liegt vor allem in der Erhaltung der Feuchtwiesen, die als Lebensraum für den europaweit geschützten Ameisenbläuling dienen. Die Umsetzung erfolgt in Form von Aktionstagen mit Freiwilligen oder durch Unterstützung der örtlichen Landwirte.

Ein weiterer Schwerpunkt bildet die gemeinsame Erstellung von Naturerlebnis-Angeboten für beide Gemeinden, nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, wobei der Bogen vom spielerischen Kennen lernen von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen bis zu den kulinarischen Köstlichkeiten reicht, nach dem Motto, die Natur mit allen Sinnen erleben, kennen- und genießen lernen.

In Keutschach wurde ein Beobachtungsturm errichtet und mehrere Informationstafeln entlang eines Rundwanderweges aufgestellt.

In Schiefling konzentrieren sich die Umsetzungen vorerst auf das Rakouza-Moor: im Bereich der Moor querenden Radwegbrücke wurde ein MoorRastPlatz mit Aussichtsplattform und Rundwegsteg sowie Informationstafeln (auch der Naturfreunde Schiefling) und ein Themenweg zur Entstehungsgeschichte des Moores errichtet.

Regelmäßig finden Pflegeaktionen (Schwendmaßnahmen) mit Beteiligung der Bevölkerung anlässlich des Weltfeuchtgebietstages und eine „Christbaumaktion“ statt. In den Sommermonaten werden Führungen in das Moor angeboten.

Ein wesentliches Ziel im Ramsargebiet ist das Offenhalten der wertvollen Niedermoorflächen. Zu diesem Zweck werden über verschiedene Förderprogramme spezielle Erstmaßnahmen in Form von Schwenden und Fräsen durchgeführt, um die Flächen wieder bewirtschaftbar zu machen. So wurden von der Arge NATURSCHUTZ in Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern in den letzten zwei Jahren über das Gebiet verteilt auf insgesamt ca. 2,5 ha Pfiefengraswiesen und Seggenriede bearbeitet. Für einige Flächen liegen bereits konkrete Vereinbarungen für Erstmaßnahmen vor, die in absehbarer Zeit umgesetzt werden sollen.

Der Schieflinger Ramsar-Verein RAUM hat 2018 einen Naturschutzpreis der Stiftung "Blühendes Österreich" mit dem Namen "die Brennnessel" gewonnen. Mit dem Geldpreis wurden Arbeitsgeräte angeschafft und damit erste Pflegeinsätze absolviert. Außerdem wurde in einem besonders gefährdeten gebiet mit Vorkommen von Sonnetau eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Pflanzengesellschaft gemacht. Weitere Aktionen sind geplant.

Im Bereich des Rakouza-Moores wurde ein Abschnitt des überregionalen Radweges erneuert. Der Radweg führt im Moor über eine Holzbrücke. Diese Holzbrücke teilweise erneuert und ein Abschnitt als Dammweg angelegt. Als Ersatz für die Inanspruchnahme von feuchtflächen wurde ein mittlerweile verbuschtes Niedermoor geschwendet und ein größeres Amphibiengewässer angelegt. Seitens der Markgemeinde Schiefling ist die Sanierung des Holzsteges beim MoorRastPlatz geplant. Zusätzlich sollen die alten Ramsar-Informationstaflen durch neue tafeln ersetzt werden.

In der Gemeinde Keutschach konzentrieren sich die Aktivitäten des lokalen Ramsarvereins auf den Hafnersee. Der Keutschacher Ramsarverein plant am Hafnersee für 2020 einen Tag der Forschung, bei welchem sowohl Aktivitäten für die Volksschulen der beiden Gemeinden als auch spezielle Veranstaltungen für die interessierte Bevölkerung angeboten werden.

Die Gemeinde Keutschach hat 2019 Grundstücke am Obiltschnigteich angekauft. Die Gemeinde, der Ramsarverein und die Arge NATURSCHUTZ erarbeiten gemeinsam an einem Konzept für die künftige Nutzung, in die Überlegungen eingebunden wird auch der Beobachtungsturm im Keutschacher Moor.

Information

Informationen über die "Moor- und Seenlandschaft Keutschach-Schiefling" erhalten Sie u.a. bei folgenden Stellen:

Amt der Kärntner Landesregierung
Abt. 8 - Umwelt, Energie und Naturschutz

Unterabteilung Naturschutz und Nationalparkrecht

Mag. Christian Kau

Flatschacher Straße 70
9021 Klagenfurt am Wörthersee
abt8.post@ktn.gv.at

Schieflinger RAUM - RamsarArbeitsgruppeUnserMoor

Ramsarverein 4-Seental Keutschach

Mag. Klaus Krainer
Arge NATURSCHUTZ
Gasometergasse 10
9020 Klagenfurt am Wörthersee
office@arge-naturschutz.at
www.arge-naturschutz.at

 

Veröffentlicht am 01.04.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)