Bund-Ländertreffen zum Feuchtgebietsschutz in Illmitz

35. Tagung des Nationalen RAMSAR-Komitees im Nationalparkzentrum Neusiedler See-Seewinkel von 16.-17. September 2020

Seit fast 30 Jahren arbeiten Bund und Länder beim Schutz der Feuchtgebiete und der nationalen Umsetzung des internationalen Feuchtgebietsabkommens („RAMSAR-Konvention“), dem Österreich im Jahr 1983 beigetreten ist, zusammen. Die diesjährige Koordinationssitzung findet unter Teilnahme von Vertretern und Fachexperten des Bundes, des Umweltbundesamtes, der Länder, der Universität Wien, des Nationalparkverwaltung Neusiedler See-Seewinkel und von verschiedenen NGOs im Nationalpark-Infozentrum in Illmitz statt.

Ziel ist es, Maßnahmen zu erarbeiten, um Flüsse, Seen, Moore etc. hinkünftig noch wirkungsvoller zu schützen und verlorengegangene Feuchtgebiete durch neue Renaturierungsmaßnahmen zu neuem Leben zu erwecken und damit auch neue Lebens- und Erholungsräume für die Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Wichtige Schwerpunkte der zweitägigen Tagung werden die Themen „Auenstrategie für Österreich 2030“ sowie „Österreichische Moorstrategie 2030“ sein. Gerade Moorlebensräume gelten im Sinne des Klimaschutzes als außerordentlich wertvoll und schützenswert.

Feuchtgebiete wie Teiche, Quellen, Sümpfe, Fließgewässer und Moore leisten viele ökologischen Aufgaben. Sie spielen eine wichtige Rolle im Wasserkreislauf und tragen nicht nur zur Sicherung unseres Trinkwassers und zum Hochwasserschutz bei, sondern auch zum Klimaschutz und zur biologischen Vielfalt", hebt die Bundeministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus Elisabeth Köstinger die Bedeutung des – mit Ungarn - grenzüberschreitenden RAMSAR-Gebiets „Neusiedler See- Seewinkel – Fertö – Hansag“ anlässlich des 35. Tagung des Nationalen Ramsar-Komitees hervor." Die Ramsar-Konvention trägt wesentlich dazu bei, die biologische Vielfalt zu erhalten, die ökologische Qualität einer touristisch genutzten Region zu sichern und das Klima zu schützen", betont die Ministerin weiter. Eine touristische Weiterentwicklung der Region Neusiedlersee-Seewinkel kann nachhaltig nur im Einklang mit der Erhaltung des ökologischen Charakters dieses Gebietes – und dazu zählt auch der Landschaftscharakter – erfolgen. 

Größtes Schutzgebiete-Netzwerk der Welt

Die Ramsar Konvention ist das wichtigste internationale Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten. Sie wurde im Jahr 1971 in der iranischen Stadt Ramsar am Kaspischen Meer beschlossen. Seither haben 171 Länder unterzeichnet. Österreich ist vor 37 Jahren, am 12. April 1983, beigetreten.

Gemeinsam haben sie bereits 2.403 Ramsar-Gebiete mit einer Fläche von insgesamt 254 Millionen Hektar nominiert. Das dadurch entstandene Netzwerk an Schutzgebieten ist das größte der Welt und entspricht etwa der 40-fachen Fläche der Schweiz. Die Ramsar Konvention ist bisher das einzige internationale Abkommen, das sich mit einem speziellen Lebensraum, nämlich den Feuchtgebieten, befasst.

Veröffentlicht am 15.09.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)