Wasserrahmenrichtlinie - Ziel ist die Erreichung eines guten Zustandes aller Gewässer

Die Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (Wasserrahmenrichtlinie – WRRL) ist am 22. Dezember 2002 in Kraft getreten.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie stellt Qualitätsziele auf und gibt Methoden an, wie diese zu erreichen und gute Wasserqualitäten zu erhalten sind. Im Mittelpunkt steht eine flussgebietsbezogene Betrachtung, die auf Basis einer Ist-Bestands-Analyse die Erstellung planerischer Vorgaben zur Erreichung von Umweltzielen innerhalb vorgegebener Fristen erfordert.

 

Fitness-Check: Die Wasserrahmenrichtlinie ist fit für die Zukunft!

Die Europäische Kommission hat im Jahr 2019 einen „Fitness-Check“ der Wasserrahmenrichtlinie durchgeführt – die Ergebnisse werden derzeit im Umweltrat der Europäischen Union behandelt. Die Richtlinie wird als grundsätzlich zweckmäßig erachtet und als ein sehr wichtiges Instrument zum Schutz und zur integrativen Bewirtschaftung der Gewässer gesehen. Sie bietet auch genug Flexibilität, um neuen Herausforderungen wie Klimawandel, Wasserknappheit und Schadstoffe zu begegnen. In einigen Bereichen gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, z.B. bei der Erfassung und Bearbeitung der Schadstoffe – in Zukunft werden diese Bereiche besondere Aufmerksamkeit erfahren.

 

 Was bezweckt die Wasserrahmenrichtlinie?

  • Umfassender Schutz der Gewässer
  • Gute Qualität in allen europäischen Gewässer innerhalb von 15 Jahren
  • Wasserwirtschaft auf Basis von Flusseinzugsgebieten
  • Ökonomische Instrumente (ökonomische Analyse der Wassernutzungen, Wahl der kosteneffizientesten Maßnahmen, angemessene Preise, um sorgsamen Umgang mit Wasser zu fördern)
  • Einbindung der Bürger – Öffentlichkeitsbeteiligung

 

Ziele der Wasserrahmenrichtlinie

Oberstes Ziel ist die „Vermeidung einer weiteren Verschlechterung sowie der Schutz und die Verbesserung des Zustands der aquatischen Ökosysteme und der direkt von ihnen abhängigen Landökosysteme".

Teilziele sind der gute Zustand der Oberflächengewässer (guter ökologischer und guter chemischer Zustand) sowie der gute Zustand des Grundwassers (guter chemischer und guter mengenmäßiger Zustand).

Zur Definition des guten ökologischen Zustandes soll gemäß Anhang 5 der Wasserrahmenrichtlinie mithilfe eines Interkalibrierungsnetzes die Vergleichbarkeit der Ergebnisse der biologischen Überwachung durch die Mitgliedstaaten und der Einstufungen ihrer Überwachungssysteme sichergestellt werden. Die im Beschluss (EU) 2018/229 enthaltenen Verfahren und Grenzwerte dienen den Mitgliedstaaten zur Festlegung der Werte für die Einstufungen im Rahmen ihrer Überwachungssysteme als Ergebnis der Interkalibrierung.

 

Fristen für die Umsetzung

Die Umsetzung der WRRL ist mit einem Fristenkonzept verbunden. Wichtige Meilensteine sind:

  • die Umsetzung in nationales Recht bis Ende 2003
  • eine Bestandsaufnahme aller Gewässer bis Ende 2004
  • Aufbau eines Messnetzes für ein Gewässermonitoring bis Ende 2006
  • Aufstellung von Bewirtschaftungsplänen mit Maßnahmenprogrammen bis Ende 2009 und
  • schrittweise Erreichung eines guten Gewässerzustands in allen Gewässern bis Ende 2015, 2021 bzw. 2027

 

Gewässerbewirtschaftungspläne: Maßnahmen für den Weg in die Zukunft

Die nationale Umsetzung dieses Zieles erfolgt durch Gewässerbewirtschaftungspläne, derzeit bereitet das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus den dritten Gewässerbewirtschaftungsplan vor (Entwurf zur Beteiligung der Öffentlichkeit verfügbar ab Dezember 2020, Veröffentlichungstermin Dezember 2021). Durch ihn erfolgt die nationale Umsetzung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie. Der Plan legt fest, wie und wann das Ziel des guten Zustands der Gewässer erreicht werden soll.

 

Um die Ziele zu realisieren, sind Maßnahmen notwendig, vor allem:

  • Vermeidung bzw. Reduzierung der Gewässerverschmutzung
  • Erhaltung oder Verbesserung von Wasserhaushalt, Gewässermorphologie und Durchgängigkeit zur Sicherung der Lebensgrundlagen der Gewässerfauna und -flora
  • Erhaltung oder Wiederherstellung eines den natürlichen Verhältnissen nahekommenden Bestandes von Wasserpflanzen, Gewässerkleintieren und Fischen
  • Schutz und Verbesserung des Grundwassers als nachhaltig nutzbare Wasserressource hinsichtlich Menge und Qualität

 

Die ersten Bewirtschaftungspläne wurden 2010 und 2017 veröffentlicht und viele Maßnahmen an den Gewässern bereits gesetzt.

 

Die wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen für den kommenden, dritten Gewässerbewirtschaftungsplan, sind in der Broschüre „Die Zukunft unserer Gewässer - Wichtige Wasserbewirtschaftungsfragen“ zusammengefasst.

Veröffentlicht am 27.02.2020, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/2)