Schutz vor Naturgefahren in Österreich, 2002-2011

Broschüre gibt Überblick über die Naturgefahrenereignisse und Schutzmaßnahmen in Österreich seit 2002.

10 Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser

Im Juli 2012 hat ein folgenschwerer Murenabgang in St. Lorenzen Österreich erschüttert und allen wieder vor Augen geführt, dass Österreich trotz aller technischen und finanziellen Möglichkeiten vor Naturkatastrophen nicht verschont bleibt. Auch die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2002 ist noch in dramatischer Erinnerung, geprägt von Todesopfern und Sachschäden in Milliardenhöhe. 2005 und 2009 gab es weitere Hochwasserereignisse mit katastrophalem Ausmaß. In den letzten Jahren ist jedoch im Bereich Naturgefahrenmanagement sehr viel passiert. Das Ministerium für ein lebenswertes Österreich und das BMVIT präsentiert eine Broschüre, die Überblick über die größten Naturkatastrophen zwischen 2002-2011 gibt.

1,8 Milliarden Euro Investitionen in die Sicherheit

Von 2002-2012 wurden 1,8 Milliarden Euro in den Schutz vor Naturgefahren investiert. Es bestätigt sich damit auch der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Investition. Mit jedem Euro, der für Schutzmaßnahmen ausgegeben wird, können Schäden in annähernd doppelter Höhe verhindert werden.

Seit dem Ereignisjahr 2002 hat Österreich enorm aufgerüstet. Ziel ist es eine möglichst große Sicherheit vor Naturgefahren zu erreichen.

2007 trat die EU-Hochwasserrichtlinie in Kraft. Österreich ist bei ihrer Umsetzung ein „Musterschüler“. Gemeinsam mit den Naturgefahren-ExpertInnen der Länder konnte das Ministerium für ein lebenswertes Österreich die Ausweisung von Gebieten mit signifikantem Hochwasserrisiko für ganz Österreich abschließen.

Der Zuständigkeitsbereich des Verkehrsministeriums ist einerseits der Hochwasserschutz entlang der Donau. Hier werden im Zeitraum 2007 bis 2016 gemeinsam mit den Bundesländern Oberösterreich, Wien und Niederösterreich 420 Mio. Euro in den Hochwasserschutz investiert, wobei Bund und Länder jeweils 50 Prozent der Kosten tragen. Insgesamt werden 51 Kilometer Dämme, 9 Kilometer Hochwasserschutzmauern und 17 Kilometer Mobilwandsysteme errichtet sowie 380 Wohn- und Betriebsobjekte abgesiedelt. Andererseits fällt der Hochwasserschutz an der March vollständig in die Verantwortung des BMVIT. Dort wird 2013 die Generalsanierung des Hochwasserschutzdamms abgeschlossen. 122 Mio. Euro werden in den durchgängigen Damm von Rabensburg bis Marchegg investiert, der auf ein 100-jähriges Hochwasserereignis ausgelegt ist.

Auch die Dienststellen in den Ministerien, die mit Naturgefahrenmanagement betraut sind, sind seit 2002 enger zusammengerückt, um den Gedanken des integrativen Naturgefahrenmanagements noch stärker zu leben und die Menschen in ihren Schutzanliegen bestmöglich zu unterstützen.

Veröffentlicht am 02.04.2014, Schutzwasserwirtschaft (Abteilung I/6)