Hochwasserschutzprojekte genehmigt

Bei der 76. KOSI (Kommission Wasserwirtschaft) wurden 408 Projekte mit einem Bundesförderungsanteil von 36 Mio. € genehmigt.

 

Hochwasserschutzmaßnahmen am Auenbach in der Stadtgemeinde Wolfsberg

Der Auenbach entwässert bis zur Mündung in die Lavant ein rund 27,2 km² großes Einzugsgebiet an der Nordostseite der Saualpe.

Zweck der Maßnahme ist die Herstellung eines Hochwasserschutzes HQ100 inklusive Freibord (min. 0,5 m) in der Stadtgemeinde Wolfsberg entlang des Auenbaches.

Schon bei einem Hochwasserabfluss kleiner als HQ30 kommt es zu großflächigen Überflutungen vor allem im linken Vorland. Von den Hochwasserabflüssen betroffen sind neben landwirtschaftlichen Flächen auch zwei Siedungsbereiche, die ÖBB Bahnstrecke Zeltweg-Lavamünd, diverse Gemeindestraßen, die Landesstraße B70 und der Holzindustriebetrieb Offner GesmbH. In der Folge sind die genannten Bereiche im Gefahrenzonenplan als gelbe bzw. rotgelbe Gefahrenzonen ausgewiesen worden.

Die Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen ist ab Dezember 2017 geplant. Die vollständige Umsetzung der geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen soll voraussichtlich bis 2019 erfolgen.

Die Gesamtkosten für die Umsetzung des gegenständlichen Hochwasserschutzprojektes Auenbach betragen 2,758.000 € (Preisbasis 2017). Vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) werden 38,2 % finanziert.

 

Hochwasserschutz Gail

Der Gailfluss weist im Oberen Gailtal Eintiefungstendenzen auf, die, wie im vorliegenden Projekt geplant, mittels sohlstabilisierender Maßnahmen gestoppt werden sollen. Das aktuelle Bauvorhaben erstreckt sich auf eine Länge von 700 lfm flussab des Siedlungssgebietes von Kötschach-Mauthen und dient der Sicherung bestehender Regulierungsbauwerke.

Durch die teilweise Hebung der Sohle soll ein ausgeglichenes Sohlgefälle hergestellt und in weiterer Folge mit einem sogenannten „Offenen Deckwerk“ gesichert werden. Dabei werden Bruchsteine mit definiter Größe und einer 35%igen Belegungsdichte in die Gailsohle eingebracht. Die Stabilisierungsmaßnahme ist das Resultat eines wasserbaulichen Modellversuches, der im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes in der Oberliegerstrecke von Kötschach-Mauthen bereits baulich umgesetzt wurde.

Die Kosten betragen 2,050.000 €, davon werden vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) 83 % finanziert.

Die Bauzeit erfolgt zwischen 2018 und 2019.

 

Kriechbach, Hochwasserschutz Wankham

Am Kriechbach in der Ortschaft Wankham, Marktgemeinde Regau wurden beim Hochwasserereignis im August 2002 und beim Starkniederschlagsereignis am 31.05.2005 infrastrukturelle Einrichtungen (Straße, Kanal) sowie Wohnobjekte in Mitleidenschaft gezogen. Zur Vermeidung künftiger Hochwasserschäden wurde im Jahr 2006 zur Ausarbeitung eines Hochwasserschutzprojektes aufbauend ein Gewässerbetreuungskonzept Kriechbach beauftragt.

Nach unterschiedlichen Projektsverzögerungen liegt nunmehr das wasserrechtlich bewilligte Detailprojekt vom August 2014 vor.

Ziel der schutzwasserbaulichen Maßnahme ist es, Hochwasserschäden am Kriechbach im Bereich der Ortschaft Wankham durch das geplante Hochwasserrückhaltebecken und den Gerinneausbau bis zur Einmündung in den Mühlbach zu minimieren bzw. zu verhindern.

Die Rückhaltemaßnahmen wurden auf ein 100-jährliches Hochwasserereignis dimensioniert.

Die Kosten betragen 2,550.000 € davon werden vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) 41,3 %, d.s. 1,053.150 € finanziert.

Beginn des Bauvorhabens ist 2018 und die Fertigstellung für 2020 geplant.

Prambach, Rückhaltebecken Oberprambach und Rückhaltebecken Gallham,WV-Aschachtal

1997 und 2002 gab es maßgebliche Hochwässer am Prambach und Gallhamerbach mit großen Schäden an Wohn- und Wirtschaftsobjekten. Intensive Planungen zur Beherrschung der Hochwässer im Aschacheinzugsgebiet wurden durchgeführt und ein Schutzkonzept erarbeitet.

Als Teil dieses Schutzkonzeptes Aschach ist geplant, mittels Ausführung der Hochwasserrückhaltebecken RHB Oberprambach u. RHB Gallham einen 100-jährlichen Hochwasserschutz für Siedlungsbereiche in Prambachkirchen u. Waizenkirchen zu erzielen und die Hochwassersituation flussabwärts des Aschach-Einzugsgebietes zu verbessern.

Eine ökologische Begleitplanung wurde durchgeführt und es werden einige jetzt intensiv genutzte Flächen als Ausgleichsflächen in ökologisch wertvolle Bachbegleitflächen umgewandelt. Am Prambach wird weiters die Fischdurchgängigkeit im Bereich der Stauwurzel hergestellt.

Das Gesamterfordernis beträgt 7.130.000 €, davon werden 50 % vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) übernommen.

Bauzeit: 2017-2022

 

Rückhaltebecken Petersbach - ein Meilenstein für den Grazer Hochwasserschutz

Die Landeshauptstadt Graz weist entlang seiner 52 Bäche und zahlreichen unbenannten Gerinne bekanntermaßen große Hochwassergefährdungen auf. Im Jahr 2006 wurde daher ein Sachprogramm zur Hochwassersanierung der Grazer Siedlungsräume ins Leben gerufen. Dabei wurden in einer Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des Bundes, des Landes Steiermark, der Stadt Graz sowie der Universitäten Lösungsansätze unter Berücksichtigung der Belange des Hochwasserschutzes, der Ökologie, der Siedlungswasserwirtschaft sowie der Raumplanung für alle Grazer Bäche ausgearbeitet.

Seither wird intensiv an der Umsetzung der Maßnahmen gearbeitet. Eine besonders hohe Bearbeitungspriorität besaß dabei von Anfang an der so genannte Petersbach in Graz – St. Peter. Dieses Gewässer durchfließt stark bebaute Siedlungsbereiche und trat – vor Umsetzung der ersten beiden Ausbauabschnitte, welche bereits in den Jahren 2010 und 2015 erfolgreich abgeschlossen werden konnten – mehrmals pro Jahr über die Ufer. Die Folgen waren jedes Mal verheerende Schäden an Objekten und Infrastruktur.

Bei der Entwicklung der Maßnahmenkette zur Sanierung des Gewässers wurde nicht zuletzt aufgrund der äußerst beengten Platzverhältnisse (z.B. 450 m des Gewässers werden unter einer Landesstraße verrohrt geführt) der Grundsatz „Maximierung der möglichen Rückhalteräume“ angewandt, wodurch die ersten beiden, bereits fertig gestellten Ausbauabschnitte, erst nach Errichtung des gegenständlichen Rückhaltebeckens die volle Schutzwirkung (angestrebter Schutzgrad HQ100) entfalten können. Derzeit besteht immer noch eine erheblich Hochwassergefahr für den Ortsteil St. Peter!

Ein weiterer Planungsschwerpunkt lag in der ökologischen Ausgestaltung des Beckens. Ein bestehender Teich soll in die Beckenanlage derart integriert werden, dass auch zukünftig die lokalen Gewässerstrukturen nicht nachteilig beeinträchtigt werden.

Als größtes Hindernis zur Realisierung des Rückhaltebeckens stellte sich der Ankauf bzw. die vertragliche Besicherung der erforderlichen Grundstücke dar. In jahrelangen Verhandlungen, geführt durch Mitarbeiter des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung, gelang es schließlich heuer (2017), die letzten Verträge erfolgreich abzuschließen.

Aufgrund der hohen Dringlichkeit für die Hochwassersanierung von Graz, soll das Becken ehest möglich umgesetzt werden.

Die Gesamtkosten betragen 6,000.000 €, davon übernimmt das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) 2,820.000 €.

 

LIFE-Projekt "Tiroler Lech II", C.3 Elbigenalp-Grünau

Im Ortsteil Grünau der Gemeinde Elbigenalp ist der Lech durch Verbauungen stark eingeengt. Im Zuge des LIFE-Projektes „Tiroler Lech II“ sollen alte Ufersicherungen und ein Längsleitwerk zurückgebaut werden. Der Lech bekommt so mehr Platz für eine eigendynamische Entwicklung. Zusätzlich werden am linken Ufer ein Gewerbegebiet und das Schwimmbad Obergiblen durch die Errichtung eines Dammes vor Hochwasser geschützt.

Durch die abschnittsweise Aufweitung des Flusses und die Anlage eines ca. 400 m langen Nebenarms entstehen dynamische Flächen als Lebensräume für selten gewordene Tiere und Pflanzen. Der Abtrag des Längsleitwerks auf einer Länge von ca.150 m macht in Zukunft Überflutungen im dahinter liegenden Auwald wieder möglich.

Insgesamt werden durch die Renaturierungsmaßnahmen ca. 2 ha an naturnahem Flusslebensraum geschaffen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,243.646 €, das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) übernimmt 522.760 Euro, d.s. 76,74%.

 

 

Veröffentlicht am 07.11.2017, Schutzwasserwirtschaft (Abteilung I/6)