30 Millionen Euro für den Hochwasserschutz

225 Hochwasserschutzprojekte wurden von der Kommission Wasserwirtschaft behandelt und von Bundesministerin Köstinger genehmigt. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus stellt dafür 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Seit Jahrzehnten wird in den vorbeugenden Hochwasserschutz investiert um das Hochwasserrisiko zu entschärfen. Um die Bevölkerung und deren Siedlungs- und Wirtschaftsräume besser zu schützen, können nun weitere Hochwasserschutzprojekte umgesetzt werden. Der Bau und die Instandhaltung von Hochwasserschutzanlagen sichert Arbeitsplätze im Bereich Planung und Baugewerbe.

Hochwasserschutz Gail, Rattendorf-Waidegg, 1. Bauabschnitt

Das Hochwasserereignis vom Oktober 2018, insbesondere der Bruch des Gaildammes im Bereich Waidegg, hat zu einer Überschwemmung von 86 Wohn- und Nebengebäuden geführt.

Im ersten Bauabschnitt ist die Aufhöhung des Ringdammes Rattendorf und die Errich­tung einer gesicherten Überströmstrecke (Hochwasserentlastung) im Nahbereich des Ringdammes geplant. Zusätzlich wird der Untergrund des Ringdammes streckenweise abgedichtet. Damit wird ein Unter­strömen des Dammes verhindert. Sämtliche Maßnahmen dienen der Hochwassersicherheit von Rattendorf.

Der Wasserspiegel in den Retentionsräumen und die Abflussspitze am unteren Projektende wird unverändert bleiben. Durch die Aufhöhung des Ringdammes ist eine Anpassung der westlichen Überfahrt erforderlich. Durch den Einbau eines Durchlasses erfolgt eine Verbesserung des Binnenwasser-Abflusses.

 

Die Gesamtkosten des Hochwasserschutzprojektes belaufen sich auf 2,260.000 €, davon werden 1,875.00 € vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus übernommen. Die Umsetzung der Maßnahme ist bis 2022 geplant.

Saalach, Gewässerökologische Instandhaltung

An der Saalach in Wals-Siezenheim (Grenzstrecke) wurden Hochwasserschutzmaßnahmen sowie gewässerökologische Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen geplant. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Aufweitung der Saalach. Die bestehenden Ufersicherungen auf österreichischer Seite (rechtsufrig) werden entfernt. Soweit möglich, werden Wasserbausteine und Bettungsmaterial wiederverwendet. Am Anfang und am Ende der Aufweitung wird die Böschung wieder in den Bestand eingebunden.

Das Hauptgerinne der Saalach wird im Aufweitungsbereich leicht pendelnd angelegt. Inseln und Hinterrinner erhöhen die Struktur im Gewässerbett. Teile der bestehenden Böschung werden als künftige Inseln belassen. Die Ufer werden in Bereichen mit hohen zu erwartenden Belastungen verdeckt gesichert. Im Einklang mit der Aufweitung der Saalach ist der bestehende „Siezenheimer Steg“ abzutragen und an gleicher Stelle, mit größerer Spannweite, neu zu errichten.

Das gesamte Projekt wurde in Abstimmung mit den bayrischen Kollegen des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein erstellt. In die Planung des neuen Siezenheimer Steges wurden die angrenzenden Gemeinden Wals-Siezenheim und Ainring eingebunden.

Neben der gewässerökologischen Instandhaltung wird ein neu zugänglicher, grenzüberschreitender Lebensraum für Mensch und Natur geschaffen.

Die Gesamtkosten des Hochwasserschutzprojektes belaufen sich auf 8,220.000 €, davon werden 3,730.000 € vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus übernommen. Die Umsetzung der Maßnahme ist bis 2024 geplant.

Enns – Sanierung Hochwasserschutzdamm Schießwiese

Der noch aus dem 19. Jahrhundert stammende Damm an der Schießwiese entspricht nicht mehr dem heutigen Stand der Wasserbautechnik und zeigte bei Hochwässern in der jüngeren Vergangenheit (2002, 2013) erste Schwächen. Aus diesem Grund wird eine umfassende Sanierung bzw. Neukonzeption des Bauwerkes vorgenommen. Die bisher aus Flusssedimenten bestehende Dammschüttung wird durch einen modernen Zonendamm mit einem innenliegenden mineralischen Dichtkörper und außenliegenden Stützkörpern ersetzt. Ergänzt wird das Sicherheitskonzept durch luftseitig gelegene Dammfußdränagen und einen Dammverteidigungsweg. Anfallendes Sickerwasser wird in einem Pumpenschacht gesammelt und von der örtlichen Feuerwehr über den Damm in die Enns zurückbefördert. Im Überlastfall (bei einem Hochwassergrößer als einem hundertjährlichen Ereignis) wird das überschüssige Wasser über einen gegen Erosion gesicherten Bereich über den Damm abgeworfen. Ziel ist der Schutz der bestehenden Siedlungen vor Hochwässern mit 100-jährlicher Auftrittswahrscheinlichkeit.

Mit Umsetzung dieses Projektes wird – nach der Errichtung des Schutzdammes in der Zeltwegstraße - das Konzept zum Schutz der Stadt Enns gegen Hochwässer der Enns sinnvoll ergänzt und abgeschlossen.

Die Gesamtkosten des Hochwasserschutzprojektes belaufen sich auf 2,426.500 €, davon werden 2,062.525 € vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus übernommen. Die Umsetzung der Maßnahme ist bis 2024 geplant.

Veröffentlicht am 27.04.2021, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)