Teichwirtschaft in Österreich

Die Teichwirtschaft in Österreich blickt auf eine lange Tradition zurück und ist mindestens seit dem 13. Jahrhundert bekannt (Waldviertel; Zwettl 1280). Ihre Blütezeit erlebte sie im 16 Jahrhundert.

Heute wird mit ausgefeilten Bewirtschaftungssystemen gearbeitet, die die Sortierung in Altersklassen ermöglicht und auf verschiedene Teichtypen zurückgreifen kann.

7 bis 8 kg beträgt der jährliche österreichische pro Kopfverbrauch von Fisch und Fischprodukten über die letzten Jahre. Als guter und vielseitiger Speisefisch trägt der Karpfen mit 2 – 2,5 kg Marktanteil zum Verbrauch bei.

Karpfen erreichen ihre Laichreife mit 3 – 4 Jahren. Sie ernähren sich von Zooplankton und Zoobenthos, erreichen dabei Größen von durchschnittlich 35 – 50 cm (maximal > 100 cm) und ein Gewicht von über 30 kg.

2012 wurden in Österreich 590 Tonnen Speisekarpfen (Statistik Austria) produziert.

Im Waldviertel werden jährlich bis zu 800 kg/ha Karpfen erzeugt, in der Steiermark bis zu 1500 kg/ha. Abgefischt und geerntet werden die Karpfen hauptsächlich Ende Oktober / Anfang November.

Grenzüberschreitendes Projekt zur biologischen Teichbewirtschaftung

Ein aktuelles, grenzüberschreitendes Projekt des Bundesamts für  Wasserwirtschaft / Ökologische Station Waldviertel mit der Fakultät für Fischerei und Gewässerschutz der Universität Budweis vergleicht die biologische und konventionelle Bewirtschaftung: jeweils vier biologisch bewirtschaftete Teiche im Waldviertel und vier konventionell bewirtschaftete in Tschechien werden in Bezug auf die Wasserchemie im Zooplankton, im Zoobenthos und im Bereich der Kleintiere, die auf Wasserpflanzen leben untersucht, um mögliche Unterschiede aufzuzeigen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist es, Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Biobewirtschaftung Österreichs tschechischen Teichwirten zugänglich zu machen, indem auch Wissenschaftler und Behördenvertreter in den gegenseitigen Erfahrungsaustausch zum Thema „Karpfenteichwirtschaft“ miteingebunden werden. Von 2013 bis 2014 fanden zu diesem Zweck insgesamt sechs Workshops mit je 40 – 90 Teilnehmern statt, die durch Exkursionen ergänzt wurden

Kurse Karpfenteichwirtschaft

Für Interessierte veranstaltet das Bundesamt für Wasserwirtschaft Kurse mit Themenschwerpunkten wie Biologie des Karpfens, Teichökologie und -bewirtschaftung, Veterinärrecht, Fischkrankheiten, Abfischung, Transport.

Weitere Informationen können unter oeko@baw.at angefordert werden.

Veröffentlicht am 03.11.2014, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3)