Spatenstich Hochwasserschutzprojekt an der Gössering in Hermagor

Im Beisein von Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Landesrat Daniel Fellner wurde das Projekt zum Hochwasserschutz für Hermagor am 4. September 2020 feierlich gestartet. Die Umsetzung des ersten Bauabschnittes des Hochwasserschutz Hermagor schützt in Zukunft 1150 Menschen und 365 Gebäude besser vor Hochwasser der Gössering.

Im Stadtgebiet von Hermagor kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Überschwemmungen aufgrund von Hochwasser der Gössering, zuletzt in den Jahren 1983 und 2008. Der Gefahrenzonenplan für die Gössering aus dem Jahr 2009 zeigt, dass bei Hochwasserereignissen trotz der Schutzmaßnahmen aus den 1980er und 1990er Jahren weite Bereiche von Hermagor gefährdet sind.

Aufgrund des Gefahrenpotentials wurde ein Projekt ausgearbeitet, das in drei Bauabschnitten umgesetzt wird.

Für den ersten Bauabschnitt werden aus Dringlichkeitsgründen

  • 1600 m Schutzmauern und 1000 m Schutzdämme erhöht oder neu errichtet;
  • die Gössering auf einer Länge von ca. 470 m aufgeweitet und dadurch ein neuer wertvoller Lebensraum geschaffen;
  • zwei Wildholzrechen bachauf der Konsolidierungssperre errichtet, die verhindern, dass Brücken im Unterlauf verklausen;
  • ein neuer Durchlass am Priessenegger Bach soll dafür sorgen, dass die Gailtalbundesstraße und die ÖBB-Strecke künftig nicht mehr überflutet werden.

Der erste Bauabschnitt fokussiert auf die am stärksten betroffenen Siedlungsräume in Hermagor. Durch Längsverbauungen und Aufweitungen des Bachbetts werden die Überflutungs- und Gefährdungszonen der Gössering und damit die Auswirkungen eines 100-jährlichen Hochwassers reduziert. Der vollständige Ausbau auf HQ100 inkl. Freibord an der Gössering wird mit der Umsetzung der weiteren Bauabschnitte erreicht. Da ist die Errichtung eines Rückhaltebeckens im Gitschtal im zweiten Bauabschnitt und den restlichen Verbauungsmaßnahmen in einem dritten Bauabschnitt geplant.

Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts betragen 2,90 Mio. €. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (zu 47,5 %), dem Land Kärnten (zu 40 %) und der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See sowie der Gemeinde Gitschtal (zu 12,5 %) finanziert. Alle drei Bauabschnitte haben Investkosten von 14,2 Mio. €.

Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist mit Dezember 2022 geplant.

In einem zweiten Bauabschnitt werden das Rückhaltebecken im Gitschtal, ergänzende Linearmaßnahmen im Bereich der Ortschaften St. Lorenzen und Jadersdorf im Gitschtal sowie die restlichen Verbauungsmaßnahmen an der Gössering (Flusskilometer 0,705 bis zur Gailmündung) umgesetzt.

Der dritte Bauabschnitt sieht Maßnahmen im Bereich der Zubringer Prießenegger Bach, Burger- und Kühweger Moosbach vor.

 

Veröffentlicht am 04.09.2020, Hochwasserrisikomanagement (Abteilung I/6)