TEMPEST-Erfassung von Emissionen ausgewählter Spurenstoffe aus Kanalsystemen und Handlungsoptionen

Im Projekt TEMPEST wurden Spurenstoffemissionen aus dem Kanal sowie der Zusammenhang zwischen der Oberflächenbeschaffenheit in den Einzugsgebieten und den ermittelten Stoffkonzentrationen im Oberflächenabfluss untersucht. Weiters zielte das Projekt auf die Optimierung einer alternativen Methode zur Erfassung von Kunststoffpartikeln in Wasserproben ab.

Der Gehalt von Spurenstoffen ist ein Kriterium für die Bewertung des Gewässerzustandes. Überlegungen zu Maßnahmen zur Reduktion der Einleitung von Spurenstoffen bei Nichterreichung eines Zielzustandes haben sich bisher zumeist auf punktuelle, kontinuierliche Einleitungen wie die Abläufe kommunaler Kläranlagen bezogen. Jedoch sind stoff- und regionalspezifisch daneben auch andere, oft diffuse Eintragspfade aus versiegelten oder nicht versiegelten Flächen von Relevanz. Der Beitrag der Kanalisation am Eintrag von Spurenstoffen ins Gewässer sollte daher im Projekt „TEMPEST - Erfassung von Emissionen ausgewählter Spurenstoffe aus Kanalsystemen, Handlungsoptionen zu deren Minderung und Optimierung einer alternativen Nachweismethode für Kunststoffpartikel in Wasserproben“ durch das Projektteam bestehend aus dem Umweltbundesamt, der TU Wien, der TU Graz und dem Umweltinstitut des Landes Vorarlberg näher betrachtet werden, um mögliche Handlungsoptionen für diesen Eintragspfad aufzuzeigen.

Hierfür wurden in fünf über Österreich verteilten Untersuchungsgebieten Niederschlagswassereinleitungen sowie eine Mischwasserentlastung ein Jahr lang beprobt. Dabei konnten mehrere Spurenstoffe im Oberflächenabfluss nachgewiesen werden. Aufbauend auf den Messergebnissen wurde die Herkunft von Spurenstoffen im Niederschlagswasserkanal mittels Stoffflussanalyse untersucht, um der Frage nachzugehen, ob ein Zusammenhang zwischen der Oberflächenbeschaffenheit in den Einzugsgebieten und der Stoffkonzentration im Oberflächenabfluss festgestellt werden kann. So konnte beispielsweise gezeigt werden, dass die dominierende Quelle für Zink in Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen der Reifenabrieb ist, in Gebieten mit geringem Verkehrsaufkommen jedoch die Einträge aus Dachflächen eine größere Rolle spielen. Bei anderen Spurenstoffen war für das Projektteam keine eindeutige Zuordnung möglich. Im dritten Teil des Projektes wurde eine neue Methode zur Erfassung und Analyse von Kunststoffpartikeln in Wasserproben optimiert.

Veröffentlicht am 12.03.2021, Siedlungswasserwirtschaft (Abteilung I/7)