Remo Probst erforscht die Seeadler

Die natürliche Wiederausbreitung des Seeadlers wird seit 1999 vom WWF aktiv begleitet.
 

Dr. Remo Probst, Leiter des WWF-Seeadler-Monitoring-Programms und seine Mitarbeiter haben dieser Tage zwei junge Seeadler im nördlichen Waldviertel durch Ringe individuell markiert. Im Rahmen von vielfaltleben hat der Greifvogelexperte auch Federn der Altvögel für DNA-Untersuchungen gesammelt.

„Mit Hilfe der DNA-Proben können wir mehr über das Verpaarungsverhalten der Adler erfahren und künftig verunglückte oder getötete Adler identifizieren“, so Probst.

Im „Schutzprogramm Seeadler“ werden die Anzahl der Vögel, ihre Aufenthaltsgebiete und ihr Bruterfolg erhoben. Weiters werden Jungvögel durch zwei Ringe, die Ziffern- und Nummercodes aufweisen, markiert. Dadurch können Geburtsort und Alter der Vögel bestimmt werden.

Dr. Remo Probst überwacht selbst die Brutplätze und den Bruterfolg. Der erfahrene Seeadlerforscher sammelt alle Seeadler-Beobachtungen heimischer Profi- und Amateuer-Ornithologen und arbeitet daran,  mögliche Bedrohungen rechtzeitig zu identifizieren und abzuwenden. Auch für die Beringung zeichnet er verantwortlich. Heuer wurden die Jungvögel im Horst einer 30 Meter hohen Tanne beringt. Um zum Horst zu gelangen, war eine waghalsige Kletterpartie bis in 20 Meter Höhe erforderlich. Björn Beckmann, ein erfahrener Baumkletterer hat die wenigen Wochen alten Jungadler vermessen und an Ort und Stelle beringt. „Die Beringung hilft uns, das Verhalten der Jungadler über einen längeren Zeitraum genau zu verfolgen und sie so besser schützen zu können“, erklärt Dr. Remo Probst.

Das bestehende WWF Seeadler-Schutzprogramm wurde im Rahmen der Kampagne vielfaltleben um ein genetisches Monitoring erweitert. Im Horstbereich der Vögel wurden dabei Federn gesammelt. Falls die Federn ausreichend genetisches Material für eine Analyse enthalten, kann man damit Auskünfte über die in Österreich derzeit unnatürlich hohen Verluste an Altvögeln erhalten.

Veröffentlicht am 11.01.2019