UFI-Projekt des Monats – Dezember 2019

Die Zotter Schokoladen Manufaktur verbessert – mit Förderung durch die Umweltförderung im Inland des BMNT – das Betriebsklima und spart Energiekosten.

In internationalen Schokoladentests wird das nachhaltige Unternehmen von Josef Zotter häufig mit Spitzenplätzen bedacht. Wie sieht die Manufaktur selbst ihr Erfolgsrezept? Zotter setzt auf Qualität, Vielfalt und Nachhaltigkeit, gepaart mit Kunst und Humor. Hier wird die Schokolade bean-to-bar, also von der Kakaobohne weg ausschließlich in Bio- und Fair-Qualität gefertigt.

Neben Innovationen im Produktbereich werden auch laufend die Produktionsprozesse optimiert und verbessert. Im Produktionsraum der Zotter Chocolaterie werden zahlreiche Schokoladen- und Nougatmassen mit unterschiedlichen Rezepturen hergestellt. Dieser Produktionsbereich umfasst das Rösten, Feinwalzen und Conchieren der Rohmasse. Durch die langen Produktionszeiten mit erhöhter Temperatur in den einzelnen Bereichen entsteht eine hohe Raumtemperatur, sowie eine deutlich über dem Durchschnitt liegende Raumfeuchtigkeit. Drei MitarbeiterInnen sind in diesem Bereich ständig beschäftigt, saisonal sind es sogar bis zu sechs MitarbeiterInnen, die bisher einer durchschnittlichen Arbeitstemperatur von 40°C bis zu 45°C ausgesetzt waren.

Die Energieversorgung von Zotter ist schon heute sehr ökologisch. Das Biomassedampfkessel-Heizhaus versorgt u.a. über einen Niedertemperaturpuffer die Begleitheizung. Diese ist 365 Tage im Jahr und 24 Stunden pro Tag in Betrieb. Einzelne Wärmerückgewinnungsenergien werden bereits in den Puffer eingespeist.

Durch die Inbetriebnahme der neuen Wärmerückgewinnungsanlage werden alle Schokoladen­leitungen im Produktionsbereich, sowie die dort befindlichen Tanks über die Niedertemperatur-Begleit­heizung beheizt. Die im Produktionsraum entstehende hohe Temperatur wird über die Wärme­pumpe rückgewonnen und direkt in die Begleitheizung mittels Adaptierung der Regelungstechnik eingespeist. Ein zusätz­licher Pufferspeicher mit 2000 Liter Volumen wurde installiert. Seitens der Regelungstechnik ist geplant, die umgewandelte Wärme direkt in der Begleitheizung zu verwenden, sollte der Soll-Temperaturwert in der Begleitheizung erreicht sein, so wird die Wärme automatisch im neuen Pufferspeicher zwischengespeichert.

Durch diese Maßnahme konnte sowohl die durchschnittliche Raumtemperatur ganzjährig auf 30°C, als auch die Raumfeuchtigkeit deutlich reduziert werden, was zur Verbesserung der Arbeitsumgeb­ung für die MitarbeiterInnen beiträgt. Die Arbeitsleistung der Maschinen wird dadurch nicht be­einträchtigt und die Rohware verliert nicht an Qualität, es werden keine zusätzlichen Ressourcen ver­braucht. Die Energierückgewinnung hat eine Effizienzsteigerung und eine Einsparung von rund 76 Tonnen CO2 pro Jahr bewirkt und somit zu einer bedeutenden Verbesserung der Energie­bilanz des Unternehmens beigetragen.

Insgesamt wurden rund 80.000 Euro in dieses zukunftsträchtige Projekt investiert – davon wurden rund 28.200 Euro durch Förderungen aus der Umweltförderung des Bundes, des Landes Steiermark, sowie auch aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung bereitgestellt. Die Förderungen wurden mit Hilfe der Kommunalkredit Public Consulting abgewickelt.

Veröffentlicht am 02.12.2019