Schadstoffe in Produkten erkennen? Scan4Chem ab sofort zum Download verfügbar

Das Bundesministerium für Klimaschutz hat sich an dem EU geförderten Projekt „LIFE AskREACH“ finanziell beteiligt und somit auch die Entwicklung der Smartphone-App „Scan4Chem“ unterstützt. Es ermöglicht Konsumentinnen und Konsumenten, beim Hersteller bzw. Händler von Alltagsprodukten Auskunft darüber zu bekommen, ob darin besonders besorgniserregende Stoffe enthalten sind. Die App steht ab sofort für Android und iOS kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Seit dem Jahr 2007 wird der Umgang mit chemischen Substanzen durch die Chemikalienverordnung REACH geregelt. Es gibt Tausende verschiedener Chemikalien, die weltweit für die Herstellung von Alltagsgegenständen verwendet werden. Darunter auch einige, die schädlich für Mensch und Umwelt sind. Ein besonderes Augenmerk legt REACH dabei auf „besonders besorgniserregende Stoffe“, auch als SVHC-Stoffe (Substances of very high concern) bekannt.  Diese derzeit etwa 200 Stoffe sind auf der Website der Europäischen Chemikalienagentur abrufbar: https://echa.europa.eu/de/candidate-list-table. Für diese Stoffe besteht eine generelle Auskunftspflicht eines Lieferanten an seinen gewerblichen Kunden bzw. auf Anfrage auch an jede Konsumentin, jedem Konsumenten, sobald der Stoff eine Konzentration von 0,1 Gewichtsprozent in dem Produkt überschreitet.

SVHC-Stoffe können in einer Vielzahl von Alltagsgegenständen enthalten sein. Zum Beispiel in Haushaltsgegenständen, Textilien, Schuhen, Schmuck, Möbel, Geschirr, Sportartikel, aber auch in Elektrogeräte, Ledertaschen, Büromaterialien, Wasserbetten und Spielzeugen. Nicht aber in Lebensmitteln, sowie flüssigen und pulverförmigen Produkte wie zB Kosmetika und Waschmitteln.

Das EU-geförderte Projekt LIFE AskREACH wird in Österreich vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) und der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 durchgeführt.

Die Smartphone-App „Scan4Chem“ ermöglicht es den Konsumentinnen und Konsumenten, mit ihrem Handy über den Barcode des Produkts eine Anfrage an den verantwortlichen Hersteller oder Händler zu schicken, ob und welche SVHC-Stoffe in dem Erzeugnis enthalten sind. Durch die Beantwortung dieser Anfragen und die aktiven Beiträge der Unternehmen wird die Datenbank, auf welche „Scan4chem“ zugreift, ständig erweitert.

Nähere Informationen stehen unter http://www.scan4chem.at/ sowie unter http://www.askreach.eu/ zur Verfügung.

Veröffentlicht am 19.02.2020