Förderung von Reparaturen - ein wesentlicher Beitrag zur Ressourcenschonung und Klimaschutz

Neue WIFO Studie veröffentlicht.

Heute werden viele Produkte und Geräte, wie z.B. Elektro- und Elektronikgeräte oder Kleidung, immer kürzer genutzt mit großen Auswirkungen für Umwelt und Klima. Herstellung, Transport, Nutzung und Entsorgung neuer Produkte gehen mit erheblichen Umweltbelastungen einher: Begrenzt verfügbare Ressourcen werden schneller abgebaut, Rohstoffe und Produkte werden über weite Strecken transportiert, Treibhausgase schaden dem Klima und das Abfallaufkommen steigt rasant.

Vor diesem Hintergrund sind Instandhaltung, Reparatur und Wiederverwendung zentrale Schlüsselbereiche für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und Gesellschaft. Reparaturen von Gebrauchsgütern können durch eine Reihe von Maßnahmen und Aktivitäten forciert werden. Im Rahmen einer WIFO Studie wurden primär fiskalische Maßnahmen zur Förderung des Reparatursektors in Österreich untersucht sowie deren Effekte abgeschätzt. Im Fokus stehen vier Maßnahmen:

  • Senkung der Mehrwertsteuer von 20% auf 10% auf Reparaturen von Fahrrädern, Schuhen und Lederwaren sowie Kleidung und Haushaltsgeräte. Im Rahmen der geltenden Mehrwertsteuerrichtlinie ist die Umsetzung dieser Maßnahme möglich.
  • Bundesweite direkte Förderung der Konsumenten in Form eines Reparaturschecks.
  • Indirekte Förderung durch die Absetzbarkeit der Reparaturkosten von der Einkommensteuer.
  • Senkung der Mehrwertsteuer auf Reparaturen aller Gebrauchsgüter, insbesondere Elektro- und Elektronikgeräte. Diese Maßnahme ist auf Grund der derzeitigen Regelung der EU-Mehrwertsteuerrichtlinie aktuell nicht umsetzbar.

Der Bericht zeigt, dass auch fiskalische Instrumente eine Option zur Stimulierung von Reparaturen von Gebrauchsgütern vor allem von Elektro- und Elektronikgeräte sein könnten. Alle Infos im WIFO-Bericht „Effekte eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Reparaturdienstleistungen“

Veröffentlicht am 09.10.2019