Arbeitsmarkt für die Zukunft rüsten

Durch die Coronakrise steht der heimische Arbeitsmarkt vor noch nie dagewesenen Herausforderungen. Gerade der Tourismusbereich gehört zu den wirtschaftlichen Hauptbetroffenen der Pandemie. Der Kampf um jeden einzelnen Arbeitsplatz hat für die Bundesregierung oberste Priorität. Es gibt daher zahlreiche Maßnahmen, um den Arbeitsmarkt gut durch die Krise zu bringen und für die Zukunft zu rüsten.

Die Arbeitsmarktsituation ist durch die Coronakrise gerade im Tourismus dramatisch. Derzeit sind im Tourismus rund 72.000 Menschen auf Arbeitssuche. Rund ein Drittel der krisenbedingten Arbeitssuchenden sind im Tourismus, das sind ca. 40.000 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit im Tourismus schwankt normalerweise im Saisonverlauf.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz am 19. Jänner 2021 haben Arbeitsminister Martin Kocher und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger notwendige Maßnahmen skizziert, um Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen.

"Die gute Nachricht ist: Die Kurzarbeit rettet Arbeitsplätze, allein im Tourismus derzeit 129.000! Hinter jedem geretteten Arbeitsplatz steckt ein Schicksal, eine Familie, ein Mensch, der seine Miete oder seinen Kredit zahlen muss. Der Zugang ‚Kurzarbeit statt Kündigung‘ hat sich als Arbeitsplatzsicherungs-Programm bewährt. Vor allem die Möglichkeit, bis März die Arbeitszeit auf 0 Prozent zu reduzieren, ist eine wichtige Maßnahme, die wir weiter brauchen.“, so Köstinger.

Maßnahmen, um Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen

Kurzarbeit - hat sich als erfolgreiches Arbeitsplatz-Sicherungsprogramm bewährt

  • Derzeit sind rund 440.384 Personen in Kurzarbeit.

  • Bisher wurden ca. 5,7 Mrd. Euro für Kurzarbeit ausbezahlt

  • Für Phase 3 sind 4,3 Mrd. Euro bewilligt.

  • Ein Viertel der Kurzarbeitenden im Tourismus

  • Rund 70 Prozent der unselbständig Beschäftigten im Tourismus sind derzeit in Kurzarbeit.

  • Allein im Bereich Beherbergung und Gastronomie hat Kurzarbeit 129.000 Arbeitsplätze gerettet.

  • Mit zweitem Lockdown wurde Reduzierung auf 0 Prozent ermöglicht. Diese Phase läuft noch bis Ende März.

  • Kurzarbeit ist dringend notwendiges Instrument, um Menschen in Beschäftigung zu halten. Gespräche für Verlängerung mit Sozialpartnern folgen.

Neustartbonus

Gezieltes Kriseninstrument, um auch während der Pandemie Arbeitsaufnahmen zu ermöglichen. Seit Mitte Juni konnten damit 1.208 Erwerbstätige im Tourismus Wiedereinstieg in Arbeitsmarkt ermöglicht werden.

Entscheidend, um den Arbeitsmarkt zu rüsten, ist die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Viele Gastronominnen und Gastronomen sowie Hôtelières und Hoteliers berichten, dass sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren, weil sie in andere Branchen abwandern. Der Lockdown ist vor allem auch für Lehrlinge dramatisch, da Praxiszeit fehlt.

Mit dem Lehrlingsbonus für Unternehmerinnen und Unternehmer und der Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen durch den Bund sollen unsere Fachkräfte von morgen unterstützt werden.

Fachkräfteausbildung

  • Lehrlingsbonus für Unternehmer

  • Förderung durch den Bund für Qualifizierungsmaßnahmen (u.a. digitale Kompetenzen, Fremdsprachen etc.)
  • Attraktivierung von Tourismusberufen

Ein wichtiger Hebel, um den Arbeitsplatz zu stärken und Arbeit nicht zum Gesundheitsrisiko zu machen, ist eine umfassende Teststrategie

Im Tourismus haben wir bereits letztes Jahr erkannt, dass jeder Test zu noch mehr Sicherheit für Gäste, Gastgeberinnen und Gastgeber sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beiträgt und starteten das "Testangebot Sichere Gastfreundschaft".

Was im Tourismus bereits selbstverständlich ist, wird vom Bund nun ausgeweitet durch wöchentliche Tests für festgelegte Berufsgruppen. Dabei geht es um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Gästekontakt oder wenn der notwendige Abstand nicht eingehalten werden kann, wie etwa bei körpernahen Dienstleistungen, Lehrkräften, Gesundheitspersonal, Handel oder öffentlicher Dienst. Dazu werden natürlich weiterhin Tourismus-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter gehören. Jeder Test ist wichtig und trägt dazu bei, Infektionsketten zu durchbrechen.

Auch der Antragsstart für den Veranstalter-Schutzschirm hat positive Auswirkungen auf Arbeitsmarkt

Die Bundesregierung hat den Veranstalter-Schutzschirm in der Höhe von 300 Mio. Euro erarbeitet. Seit 18. Jänner 2021 sind Anträge bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank möglich.

  • Über den Schutzschirm werden nicht stornierbare Kosten übernommen, wenn die Veranstaltung Corona-bedingt nicht oder nur eingeschränkt stattfinden kann.

  • Der Schutzschirm gibt nicht nur Veranstalterinnen und Veranstaltern Sicherheit, sondern stärkt damit auch den Arbeitsmarkt.
Veröffentlicht am 19.01.2021, Tourismus und Regionalpolitik (Sektion V)

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