Wissenschaftlichkeit von Studien

Grundsätzlich kommen nur Arbeiten in Betracht, die von einem wissenschaftlich anerkannten Experten bzw. Expertenteam konzipiert, geleitet und durchgeführt sowie in einem wissenschaftlichen Fachmedium publiziert wurden. Denn damit stellen sich die Autoren der breiten wissenschaftlichen Diskussion. Zusätzlich werden auch nicht publizierte wissenschaftliche Arbeiten evaluiert, die Gegenstand der öffentlichen Diskussion waren/sind.

Wissenschaftliche Arbeiten müssen folgende qualitative Mindeststandards erfüllen:

Dosimetrie

  • Angabe der relevanten Expositionsparameter (Frequenzbereich, Signalform, Expositionsdauer, Expositionsintensität — SAR, Feldstärke)
  • Nachvollziehbarkeit des Versuchs anhand eines entsprechenden Protokolls
  • Wünschenswert: Angabe der Typen der verwendeten Messgeräte, Variabilität der dosimetrischen Größe

Statistische Signifikanz

  • Angabe statistischer Standardkriterien (Konfidenzintervall, p-Wert)
  • Angabe der angewendeten statistischen Verfahren
    » Können die Resultate dadurch gegen die Vermutung eines Zufallsergebnisses hinreichend abgesichert werden?

Replikation der Untersuchungsergebnisse

  • Minimalanforderung: mögliche Nachvollziehbarkeit der Studie anhand des Studiendesigns
  • Wünschenswert: Wiederholbarkeit (Replikation) der Studienergebnisse

Kausalität

  • Dokumentation der Versuchs- und Kontrollgruppe
  • Verblindete Exposition und Auswertung
  • Selektionsmechanismen
  • Confounder
    » Können somit andere Variablen für den gefundenen Zusammenhang mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden?

Adversität

  • Störung der Organfunktion
  • nicht rückbildungsfähig (nach Wegfall der Exposition) oder
  • Schädigung der Nachkommenschaft
    » Hat der gefundene Effekt gesundheitliche Relevanz für den Menschen?

Ökologische Validität

  • Übertragbarkeit der Studiensituation auf die realen Bedingungen, unter denen Mobilfunk stattfindet
Veröffentlicht am 15.05.2020, Wissenschaftlicher Beirat Funk