Köstinger: Österreichs Netze bestehen Corona-Stresstest

Zuwächse bei der Sprachtelefonie von bis zu 120 Prozent und beim Datenverkehr von bis zu 40 Prozent. Telekomministerin zieht positive Bilanz und dankt allen, die im Einsatz sind.

Gerade in Krisenzeiten ist die Sicherstellung kritischer Infrastrukturen überlebenswichtig. Dazu gehören unter anderem eine leistungsfähige Kommunikationsstruktur sowie verlässliche Postdienstleistungen.

„Die letzten Tage haben gezeigt: Unsere Telefonnetze, unsere Datennetze und unsere Post-Versorgungsnetze haben den Krisen-Stresstest sehr gut bestanden!“, zieht die zuständige Bundesministerin Elisabeth Köstinger in einer Pressekonferenz mit Vertretern der Telekommunikationsbranche Bilanz.

Reibungslose Brief- und Paketzustellung

Intakte Postdienstleistungen ermöglichen die reibungslose Brief- und Paketzustellung auch in Quarantänegebiete. Verlässliche Zahlungsdienstleistungen und Geldsendungen sind besonders für jene wichtig sind, die Pensionen in bar per Post erhalten. „Die Post leistet aktuell einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur. Wir tragen dazu bei, dass Logistikprozesse als notwendige Lebensadern von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft weiterhin funktionieren“, bestätigt Post-Generaldirektor Georg Pölzl. Köstinger appelliert, regional einzukaufen: „Wer beim Online-Shop des Händlers ums Eck kauft, unterstützt Betriebe beim Überleben.“ Postdienstleister bieten die notwendige Infrastruktur.

Coronavirus lässt Leitungen glühen

Über eine Million Schülerinnen und Schüler, fast 400.000 Studierende und der Großteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lernen und arbeiten von zu Hause aus. Das führte vor allem in den ersten Tagen zu einem Anstieg von bis zu 120 Prozent bei Telefonaten und einer Zunahme von bis zu 40 Prozent in der Datennutzung. „Ob es sich um Telefonkonferenzen, digitale Schule oder Livestreams handelt – stabile Internet-Netze tragen derzeit das gesellschaftliche Leben in Österreich. Unsere Volkswirtschaft wird derzeit durch Teleworking und Homeoffice am Leben erhalten“, fasst Köstinger zusammen. Diese Entwicklung fordert auch die Netzbetreiber.

„Das Datenwachstum der letzten Woche haben wir normalerweise in einem Jahr. Unsere Netze glühen, aber sie halten das aus“, sagt Andreas Bierwirt von Magenta. „Viele digitale Lösungen von Videokonferenzen bis e-learning sind nun Teil unseres Alltags geworden. Wir haben die Verantwortung und sorgen dafür, dass die kritische Infrastruktur stabil funktioniert“, erklärt Thomas Arnoldner, CEO der A1 Telekom Austria Group.

SMS in Gefahrensituation

In Katastrophenfällen wie der aktuellen COVID-19 Epidemie können Menschen in bestimmten Gebieten künftig rasch und zielgerichtet mit standardisierten SMS informiert werden. Dieser Versand erfolgt anonymisiert auf Basis regionaler Einschränkungen und auf Entscheidung des nationalen Krisenstabs. Die Regelung wird aufgrund der aktuellen Lage eingerichtet und vorerst bis Jahresende beschränkt.

Dank an alle, die Infrastruktur am Leben halten

Rund 10.000 Brief- und Paketzustellerinnen und -zusteller, 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Postämtern und bei Postpartnern und 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verteilerzentren sind in diesen schwierigen Zeiten im Einsatz. Dazu kommen zahlreiche Teams in der Telekommunikation – von der Technik über den Außendienst bis zur Arbeit in den Shops. „Auch, wenn Österreich seit eineinhalb Wochen beinahe auf null heruntergefahren ist – wir halten die Republik am Laufen. Unsere Technikerinnen und Techniker sind in ganz Österreich im Einsatz und setzen laufend Optimierungsmaßnahmen und Kapazitätserweiterungen, damit es so bleibt“, hebt Drei-CEO Jan Trionow hervor. „Dass die Versorgung in diesen Bereichen so gut funktioniert, verdanken wir einerseits den guten Netzen in Österreich, andererseits den Netzbetreibern, die ihre Dienste täglich optimieren. Der größte Dank gebührt jedoch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die täglich unter schwierigen Bedingungen dafür sorgen, dass sich die Bevölkerung auf stabile Netze und eine funktionierende Postzustellung verlassen kann“, so Telekomministerin Elisabeth Köstinger.

Veröffentlicht am 26.03.2020