Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden Landwirtschaft

Neue Fördersysteme bringen mehr Investitionen in mehr Tierwohl: Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden Landwirtschaft unterzeichnet.

Österreich gehört zu den Ländern mit den höchsten Tierwohl- und Lebensmittelstandards. Im Ranking der Tierschutzorganisation „World Animal Protection“ liegt Österreich unter 50 Staaten weltweit auf Platz eins. Um diese Vorreiterrolle beim Tierwohl weiter auszubauen, hat Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger am 28. Oktober zu einem Runden Tisch geladen, bei dem mit dem Dachverband der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich (NTÖ), den einzelnen Verbänden wie auch mit Vertretern der Bundesländer und der Landwirtschaftskammer der „Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden Landwirtschaft“ geschlossen wurde.

„Österreich gehört zu den Ländern mit den höchsten Tierwohl- und Lebensmittelstandards. Von der Tierschutzorganisation ‚World Animal Protection‘ wurde Österreich im Vergleich mit 50 Staaten weltweit auf Platz 1 gereiht. Mit dem ‚Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden Landwirtschaft‘ bauen wir diese Vorreiterrolle weiter aus“, betonte Köstinger.

Der Pakt besteht aus sechs Eckpunkten:

  1. 120 Mio. Euro für Investitionen in tiergerechte Haltungssysteme
  2. Unterstützung bei laufendem Aufwand für mehr Tierwohl
  3. Reduktion von Kälbertransporten – österreichische Kalbfleischstrategie umsetzen
  4. Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik hin zu mehr Tierwohl
  5. Aufbau Österreichischer Tiergesundheitsdienst
  6. Rasche Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Tierhaltungspraxis 

Gleichzeitig ist mehr Tierwohl eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Eine nachhaltige Verbesserung kann nur gelingen, wenn die zu höheren Standards erzeugten Produkte auch von den Konsumentinnen und Konsumenten gekauft werden. Dafür müssen Tierwohl-Produkte entlang der gesamten Lebensmittelkette erzeugt, angeboten und beworben werden.

„Mehr Tierwohl verträgt sich auf gar keinen Fall mit Schleuderaktionen und Rabattangeboten im Handel. Denn höhere Standards in der Produktion verursachen höhere Kosten. Mehr Tierwohl auf Dauer funktioniert nur in enger Partnerschaft mit Verarbeitung, Handel und Konsumenten, die bereit sind, ‚Ja‘ zu heimischer Qualität zu sagen, und diese auch angemessen zu bezahlen“, erklärte Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger.

Der Verein „Land schafft Leben“ will mehr Bewusstsein für Tierwohl in der Landwirtschaft verankern: „Tierwohl hat einen Wert. Dies spiegelt auch die aktuelle Situation der Kalbsfleischproduktion: Wir verfrachten unsere heimischen Kälber über die Grenzen und importieren dafür billigeres Kalbfleisch aus dem Ausland. Unser Anspruch muss sein, unsere heimischen Kälber hier in Österreich zu mästen und zu vermarkten“, meinte Gründer Hannes Royer

Walter Lederhilger, Obmann des Dachverbandes der Nachhaltige Tierhaltung Österreich begrüßt die Initiative von Ministerin Köstinger: „Die Investitionsförderung ist für den Erhalt der Eigenversorgung von großer Bedeutung. Dass hier besonders tierfreundliche Systeme eine zentrale Rolle spielen, ist aus unserer Sicht sehr positiv.“

Veröffentlicht am 28.10.2020, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)