Geflügelpest: Ministerien informieren über Risikogebiete

In Europa treten seit Oktober 2020 wieder Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln als auch beim Hausgeflügelbestand auf. Auch in Österreich sind im Februar 2021 einige Fälle bei Wildvögeln aufgetreten. 

Fälle von Geflügelpest (HPAI) treten seit Oktober 2020 in zahlreichen Ländern sowohl bei Wildvögeln als auch beim Hausgeflügelbestand auf. Die bisher diagnostizierten Virenstämme stellen nach derzeitigem Wissensstand für den Menschen keine Gefahr dar und werden auch nicht über Lebensmittel übertragen.

Auch in Österreich sind im Februar 2021 einige Fälle bei Wildvögeln aufgetreten. Das Risiko weiterer Funde in Österreich wird als hoch bewertet. Diese Risikoeinschätzung stammt von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGES).

In enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, den Bundesländern, der AGES, dem Österreichischen Geflügelgesundheitsdienst (QGV) und der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) wurden vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Präventionsmaßnahmen vorgeschrieben, die per Verordnung am Montag, 7.12.2020, in den Risikogebieten in Kraft getreten sind. Eine Verschärfung der Maßnahmen (absolute Stallpflicht für Betriebe mit mehr als 350 Tieren) gilt aufgrund der in Österreich aufgefundenen positiven Wildvögel ab 17.02.2021. 

Für die Ausweisung der Risikogebiete wurden unter anderem die Nähe zu den positiven Wildvögelfunden in angrenzenden Staaten (Bayern, Slowakei, Ungarn), die Lage an Flussläufen und Seen, wo beim letzten Auftreten der Vogelgrippe- 2016/2017 positiv getestete Wildvögel gefunden wurden, herangezogen. Dass die Auswahl der Risikogebiete gut gewählt wurde, zeigt der Umstand, dass kein bisher gefundener positiver Wildvogel außerhalb der schon sei Dezember 2020 ausgewiesenen Gebiete aufgefunden wurde. 

Wie schon beim letzten Seuchenzug, wurde für die Risikogebiete ein Maßnahmenkatalog zur Prävention gegen die Geflügelpest erarbeitet. In diesen Gebieten ist es notwendig, das Geflügel von Wildvögeln fern zu halten. So kann der Eintrag in Geflügelbestände bestmöglich verhindert und einem Schaden für Geflügelhalter vorgebeugt werden.

Diese notwendigen Maßnahmen dienen dem Schutz des heimischen Geflügels und der Früherkennung des Auftretens der Geflügelpest in Österreich.

Für die Risikogebiete in Österreich gelten folgende Maßnahmen für die Geflügelhalter:

  1. In gemischten Betrieben die getrennte Haltung der Enten und Gänse von übrigem Geflügel.
  2. Haltung des Geflügels in Ställen (absolute Stallpflicht für Betriebe mit mehr als 350 Tieren).
  3. Ausnahme von der Haltung in Ställen, nur für Haltungen mit weniger als 350 Tieren, wenn Geflügel durch Netze, Dächer, horizontal angebrachtes Gewebe oder andere geeignete Mittel vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt ist oder die Fütterung und Tränkung der Tiere nur im Stall oder einem Unterstand (verhindern des Kontaktes mit Wildvogelkot von oben) erfolgt, der das Zufliegen von Wildvögeln möglichst verhindert.
  4. Wildvögel dürfen nicht mit Futter oder Wasser, das für das Geflügel bestimmt ist, in Kontakt kommen. Die Ausläufe müssen gegenüber Oberflächengewässer, an denen sich wildlebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchsicher abgezäunt sein.
  5. Erhöhung der hygienischen Sicherheitsmaßnahmen: Reinigung und Desinfektion mit besonderer Sorgfalt.
  6. Der Behörde (der Amtstierärztin/dem Amtstierarzt) ist zu melden, wenn ein Abfall der Futter- und Wasseraufnahme um mehr als 20 %, ein Abfall der Eierproduktion um mehr als 5 % für mehr als 2 Tage besteht oder wenn die Mortalitätsrate höher als 3 % in einer Woche ist.

 

Auf Grund von Minusgraden ist damit zu rechnen, dass es auch weiterhin zu einem vermehrten Aufkommen von tot aufgefundenen Wildvögeln kommt.

Die Tiere sterben an Erschöpfung und Futtermangel, können aber auch an der Geflügelpest erkrankt sein. Tot aufgefundene Wild- und Wasservögel sind daher der Amtstierärztin bzw. dem Amtstierarzt zu melden.

Eine Auflistung der Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko nach Bundesländern und Bezirken finden Sie als Download-Dokument. 

Veröffentlicht am 18.02.2021, Tierische Produkte (Abteilung II/6)

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