Geflügelpest: Ministerien informieren über Risikogebiete

In Europa treten derzeit wieder Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln als auch beim Hausgeflügelbestand auf. In Österreich ist derzeit kein Fall bekannt. 

Fälle von Geflügelpest (HPAI) treten derzeit besonders im Norden Europas und in einigen südlichen Nachbarländern Österreichs sowohl bei Wildvögeln als auch bei Hausgeflügelbestand auf. Die heuer diagnostizierten Virenstämme stellen nach derzeitigem Wissensstand für den Menschen keine Gefahr dar und wird auch nicht über Lebensmittel übertragen.

In Österreich ist bis jetzt noch kein Fall bekannt. Dennoch wird das Risiko eines Ausbruchs in Österreich als hoch bewertet. Diese Risikoeinschätzung stammt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und wird von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGES) geteilt.

In enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, den Bundesländern, der AGES, dem Österreichischen Geflügelgesundheitsdienst (QGV) und der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) wurden nun vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Präventionsmaßnahmen vorgeschrieben, die per Verordnung seit Montag, 7.12.2020, in den Risikogebieten gültig sind.

Für die Ausweisung der Risikogebiete wurden unter anderem die Nähe zu den positiven Wildvögelfunden in Bayern (Raum Passau), die Lage an Flussläufen und Seen, wo beim letzten Auftreten der Vogelgrippe- 2016/2017 positiv getestete Wildvögel gefunden wurden, herangezogen.

Wie schon beim letzten Seuchenzug, wurde für die Risikogebiete ein Maßnahmenkatalog zur Prävention gegen die Geflügelpest erarbeitet. In diesen Gebieten ist es notwendig, das Geflügel von Wildvögeln fern zu halten. So kann der Eintrag in Geflügelbestände bestmöglich verhindert und einem Schaden für Geflügelhalter vorgebeugt werden.

Diese notwendigen Maßnahmen dienen dem Schutz des heimischen Geflügels und der Früherkennung eines möglichen Auftretens der Geflügelpest in Österreich.

Für die Risikogebiete in Österreich gelten folgende Maßnahmen für die Geflügelhalter:

  1. In gemischten Betrieben die getrennte Haltung der Enten und Gänse von übrigem Geflügel.
  2. Haltung des Geflügels in Ställen oder in oben abgedeckten Haltungsvorrichtungen.
  3. Ausnahme von der Haltung in Ställen, wenn Geflügel durch Netze, Dächer, horizontal angebrachtes Gewebe oder andere geeignete Mittel vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt ist oder die Fütterung und Tränkung der Tiere nur im Stall oder einem Unterstand (verhindern des Kontaktes mit Wildvogelkot von oben) erfolgt, der das Zufliegen von Wildvögeln möglichst verhindert.
  4. Wildvögel dürfen nicht mit Futter oder Wasser, das für das Geflügel bestimmt ist, in Kontakt kommen. Die Ausläufe müssen gegenüber Oberflächengewässer, an denen sich wildlebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchsicher abgezäunt sein.
  5. Erhöhung der hygienischen Sicherheitsmaßnahmen: Reinigung und Desinfektion mit besonderer Sorgfalt.
  6. Der Behörde (der Amtstierärztin/dem Amtstierarzt) ist zu melden, wenn ein Abfall der Futter- und Wasseraufnahme um mehr als 20 %, ein Abfall der Eierproduktion um mehr als 5 % für mehr als 2 Tage besteht oder wenn die Mortalitätsrate höher als 3 % in einer Woche ist.

 

Auf Grund des Wintereinbruchs ist auch damit zu rechnen, dass es zu einem vermehrten Aufkommen von tot aufgefundenen Wildvögeln kommt.

Die Tiere sterben an Erschöpfung und Futtermangel, können aber auch an der Geflügelpest erkrankt sein. Tot aufgefundene Wild- und Wasservögel sind daher der der Amtstierärztin bzw. dem Amtstierarzt zu melden.

Eine Auflistung der Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko nach Bundesländern und Bezirken finden Sie als Download-Dokument. 

Veröffentlicht am 07.12.2020, Tierische Produkte (Abteilung II/6)

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