Entlastung für Bäuerinnen und Bauern schon 2021

Noch heuer wird ein Entlastungspaket für bäuerliche Familienbetriebe beschlossen – so können die geplanten Maßnahmen bereits 2021 in Kraft treten.

Die Rahmenbedingungen für Österreichs Landwirtschaft werden von Jahr zu Jahr schwieriger: Bäuerinnen und Bauern sind die ersten Betroffenen des Klimawandels, darüber hinaus sorgen instabile internationale Märkte immer wieder für existenzbedrohende Situationen. Insgesamt sind die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2018 um 10 Prozent gesunken. Dieser Entwicklung gilt es rasch und effektiv entgegenzutreten. 

Nun steht fest: Nachhaltige Entlastungen für Österreichs Bäuerinnen und Bauern zählen zu den ersten großen Maßnahmen, die von der neuen Bundesregierung realisiert werden. Schritt für Schritt wird ein Paket von insgesamt bis zu 120 Millionen Euro umgesetzt.

 „Wir halten, was wir versprochen haben und entlasten unsere Landwirtschaft spürbar. Ein wichtiger Teil des Pakets ist beispielsweise die Gewinnglättung über drei Jahre. Damit können Ertragsschwankungen steuerlich besser ausgeglichen werden. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig rasch wirksame Maßnahmen sind“, betont Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

 Die wesentlichen Maßnahmen auf einen Blick 

  • Erhöhung der Buchführungsgrenze auf 700.000 Euro
  • Gewinnglättung auf 3 Jahre
  • Absenkung des fiktiven Ausgedinges auf 10%
  • Angleichung der KV-Mindestbeitragsgrundlage auf das ASVG-Niveau
  • Erhöhung der PV-Beitragsgrundlage für hauptberuflich Beschäftigte bis 27 Jahre 
     

Anhebung der Umsatzgrenze für die buchführungspflichtigen Betriebe

Die umsatzabhängige Buchführungsgrenze wird auf die allgemeingültige Umsatzgrenze (aller Unternehmen) von 550.000 auf 700.000 (davor nur Landwirtschaft bei 550.000) angehoben.

Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsmaßnahme

Landwirtschaftliche Betriebe sind in immer größerem Ausmaß von Wetterverhältnissen und Risiken abhängig. Trockenheit, Hitze, Unwetterschäden usw. können zu hohen Ernte- und Produktionsausfällen führen. Die Besteuerung von landwirtschaftlichen Einkommen soll daher nicht mehr jahresweise, sondern über einen mehrjährigen Durchrechnungszeitraum erfolgen (Gewinnglättung über 3 Jahre). Die Einkommenssteuer für teilpauschalierte Betriebe, Einnahmen- und Ausgabenrechner bzw. buchführungspflichtige Betriebe soll auf Basis einer mehrjährigen Durchrechnung ermittelt werden. Diese Maßnahme bringt Entlastungen von 5 bis 10 Millionen Euro.

Absenkung des Anrechnungsprozentsatzes von 13% auf 10% beim fiktiven Ausgedinge

Wird ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb übergeben, verkauft, verpachtet oder auf andere Weise zur Bewirtschaftung überlassen, werden für die Berechnung der Ausgleichszulage nicht die tatsächlich erzielten Einkünfte (Ausgedinge, Verkaufspreis, Pachtzins etc.), sondern auch ein Pauschalbetrag, das so genannte "fiktive Ausgedinge" angerechnet. Hier wird mit Entlastungen von rund 9 Millionen Euro gerechnet. 

Angleichung der KV-Mindestbeitragsgrundlage

Eine Angleichung der KV-Mindestbeitragsgrundlage an das allgemein gültige Niveau für Versicherte (Arbeitnehmer und Selbständige). Dafür sind insgesamt 8,2 Millionen Euro vorgesehen.

Erhöhung der PV-Beitragsgrundlage für hauptberuflich beschäftigte Kinder bis zum 27. Lebensjahr

Unser System hat eine lebenslange Durchrechnung. Jedes Arbeitsjahr wird erfasst. Niedrige Beitragsgrundlagen führen zu geringen Pensionen. Durch die Anhebung steigt Anreiz zur Betriebsübernahme und ist damit wirksamer Ansatz um dem Strukturwandel entgegen zu wirken. Auf diesem Weg können Entlastungen von rund 5 Millionen Euro erreicht werden.

Veröffentlicht am 31.01.2020, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)