Strategie Heimischer Rübenzucker

Die regionale Zuckerrübenproduktion und die heimische Zuckererzeugung sind ein wertvoller Bestandteil der österreichischen Landwirtschaft.

Der Rüben- und Zuckersektor ist in den letzten Jahren mit umfangreichen Änderungen der Rahmenbedingungen konfrontiert. Der Wegfall der Quotenregelungen bei Zucker auf europäischer Ebene mit September 2017, eine negative Entwicklung der Zuckermarktpreise, aber vor allem auch die klimatischen Bedingungen stellen den Sektor vor enorme Herausforderungen. Insbesondere die Schädlingsproblematik 2018 hat die Lage noch verschärft.

Um den Rüben- und Zuckersektor in der aktuellen Situation und hinsichtlich zukünftiger Herausforderungen bestmöglich unterstützen zu können, wurde von Bundesministerin Elisabeth Köstinger am 22. Mai 2018 ein Rübengipfel einberufen und in weiterer Folge ein Strategieprozess eingeleitet. Ziel dieses Strategieprozesses war – gemeinsam mit den relevanten Stakeholdern – Maßnahmenvorschläge für den Rüben- und Zuckersektor zu erarbeiten.

Für die Umsetzung dieses Prozesses wurden vier Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen Produktion, Märkte & Mechanismen, Wertschöpfungskette sowie PR & Marketing eingerichtet. Die Arbeitsgruppen tagten zwischen Juni und September. In zahlreichen Arbeitsgruppensitzungen wurden die wichtigsten Problemfelder beleuchtet und analysiert, notwendige Handlungsbereiche identifiziert und Maßnahmenvorschläge erarbeitet.

Im Zuge des Strategieprozesses wurde der heimische Rübenzucker von der Produktion bis zu den Konsumentinnen und Konsumenten über die gesamte Wertschöpfungskette beleuchtet. Dabei haben sich eine Reihe von Maßnahmen aus den verschiedensten Bereichen herauskristallisiert, die prioritär verfolgt werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Gemeinsame Agrarpolitik gelegt. Sie bietet den Rahmen, um den Rübenanbau bestmöglich zu verankern. Die bestehenden Marktsteuerungselemente sollten erhalten bleiben beziehungsweise Verbesserungsvorschläge eingebracht werden. Aufgrund des fortschreitenden Klimawandels ist es notwendig, den Fokus im Forschungs- und Innovationsbereich verstärkt auf Projekte zu diesem Thema zu legen. Eine Reihe von Maßnahmen wurde für alle Bereiche entlang der Wertschöpfungskette herausgearbeitet und findet sich im Abschlussbericht „Strategie Heimischer Rübenzucker“ wieder.

Die im Strategieprozess formulierten Maßnahmen sollen nun von allen Stakeholdern weiterverfolgt werden und in die laufenden und zukünftigen Strategien und Arbeitsfelder im Landwirtschaftsbereich einfließen. Ein wichtiges Element bilden Projekte zur Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels und der damit verbundenen geänderten Produktionsbedingungen, welche im Rahmen der Forschungsstrategie des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus finanziert werden.

Veröffentlicht am 14.02.2019, Pflanzliche Produktion (Abteilung II/5)