10. Februar – Internationaler Tag der Hülsenfrüchte

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat in einer Resolution den 10. Februar als Internationalen Tag der Hülsenfrüchte festgelegt, um auf den wertvollen Beitrag der Hülsenfrüchte im Hinblick auf eine nachhaltige Landwirtschaft und die Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele bis 2030 hinzuweisen.

Eiweißpflanzen bzw. Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt, zählen zur Familie der Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae) und verfügen über einen hohen Eiweißgehalt.

Eine besondere Bedeutung kommt den Hülsenfrüchten durch die Fähigkeit zu, Luftstickstoff durch Knöllchenbakterien in ihren Wurzeln zu binden. Dadurch sind sie auch ohne Stickstoffdüngung ertragsfähig und haben eine gute Vorfruchtwirkung für nachfolgende Kulturen. Der Anbau von Eiweißpflanzen schafft vielfältige Fruchtfolgen, es werden Düngemittel gespart, die aktive Durchwurzelung der Böden verbessert die Bodenfruchtbarkeit und Bodengesundheit und schützt vor Bodenerosion. Somit liefern Eiweißpflanzen essenzielle Ökosystemleistungen und sparen Ressourcen.

Neben Sojabohne – die den Ölsaaten zugeordnet wird – umfassen die Hülsenfrüchte ein großes Artenspektrum. Im österreichischen Pflanzenbau kommen vor allem Körnererbsen, Ackerbohnen, Wicken, Linsen, Kichererbsen aber auch andere Hülsenfrüchte zum Anbau.

Sojabohne ist mittlerweile zu einer Hauptkulturart aufgestiegen. Von 2010 bis 2019 konnte der Anbau von Sojabohnen verdoppelt werden; 2019 wurde Sojabohne auf über 69.000 ha angebaut und es besteht noch weiteres Anbaupotential. Österreich ist damit der fünftgrößte Sojabohnenproduzent in der Europäischen Union.

In der heimischen Erzeugung setzt Österreich zur Gänze auf einen gentechnikfreien Anbau, mehr als ein Viertel der Sojabohnen wird auch biologisch erzeugt. Bei anderen Hülsenfrüchten, wie zum Beispiel bei Ackerbohne und Körnererbse liegt der Anteil der biologischen Produktion sogar noch höher; bei der Körnererbse bei einem Drittel und bei der Ackerbohne bei zwei Drittel.

Eiweißpflanzen stellen sowohl in der menschlichen Ernährung als auch bei der Tierfütterung ein zentrales unersetzbares Element dar. Neben ihrer zunehmenden Nachfrage in der Ernährung spielen Eiweißpflanzen in der Futtermittelproduktion eine entscheidende Rolle, denn sie liefern essenzielle Eiweißkomponenten für die Nutztierfütterung.

Ernährungsphysiologisch ist die Sojabohne sowohl in der menschlichen als auch in der tierischen Ernährung von besonders großem Interesse. Sie findet sich in zahlreichen Lebensmitteln als Hauptbestandteil (z.B. in Tofu und Sojadrinks) oder als Lebensmittelzusatzstoff (z.B. Lezithin).

Die Eigenversorgung mit Eiweißfuttermitteln insgesamt liegt in Österreich bei über 80 %. Besonders in der Wiederkäuerfütterung besteht aus dem wertvollen Grünland und Ackerfeldfutter weitgehende Selbstversorgung. Allfällige Defizite können hier durch Ersatzfuttermittel wie Getreideschlempe, ein eiweißreiches Nebenprodukt der Biotreibstofferzeugung, abgedeckt werden. Der Importbedarf für Soja bezieht sich in Österreich fast ausschließlich auf den Schweinesektor.

Österreich arbeitet derzeit gemäß dem beschlossenen Regierungsprogramm an einer nationalen Eiweißstrategie, um alle heimischen Eiweißinitiativen zu bündeln und voranzutreiben. Es geht darum aktuelle Entwicklungen und Chancen für pflanzliches Eiweiß umzusetzen und bestmöglich zu nutzen. Mit der österreichischen Eiweißstrategie sollen Wege aufgezeigt werden, um die positiven Wirkungen von Eiweißpflanzen auf Klima und Umwelt verstärkt auszuschöpfen. Die regionalen Wertschöpfungsketten von pflanzlichem Eiweiß – vom Anbau über die Verarbeitung bis zu den verschiedenen Verwendungsschienen – sollen gestärkt und ausgebaut werden. Die Eigenversorgung mit heimischen gentechnikfreien Eiweißpflanzen soll in allen Produktschienen verbessert werden, um den Wünschen der Konsumentinnen und Konsumenten nach gesunden heimischen Nahrungsmitteln gerecht zu werden. Alle wesentlichen Stakeholder sind dabei in den Strategieprozess eingebunden.

Veröffentlicht am 06.02.2020, Koordination ländliche Entwicklung und Fischereifonds (Abteilung II/2)