Härtefallfonds und Umsatzersatz: Unterstützung für die Land- und Forstwirtschaft

Die Coronavirus-Pandemie ist für Österreich die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg. Auch die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe bleiben von den Auswirkungen der Krise nicht verschont. Der Härtefallfonds ist eine Erste-Hilfe Maßnahme der Bundesregierung und unterstützt Betriebe, die in akute finanzielle Notlage geraten sind. Das Geld ist ein einmaliger Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Die Antragstellung erfolgt online über eAMA.

Die Unterstützung aus dem Härtefallfonds erfolgt in 2 Phasen:

Unterstützt werden Nebenerwerbs- und Vollerwerbsbetriebe bis zu neun Arbeitskräften und einem Umsatz von max. 2 Millionen €. Mehrfachversicherungen sind zulässig. Die Förderungen sind steuerfrei .

Bei einem coronabedingtem Umsatzeinbruch können Bewirtschafter insgesamt bis zu 30.000 € erhalten (inklusive 6.000 € Comeback-Bonus), die Mindestauszahlung pro Monat beträgt 1.000 €.

Die Soforthilfe (Phase 1) endete mit 15.04.2020.

Förderansuchen für Phase 2 können bis 30.04.2021 gestellt werden.

Welche Kriterien müssen vorliegen, um eine Förderung zu erhalten:

Als Förderwerber gelten Betriebe:

  • die von einem behördlich angeordneten Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 betroffen sind;
  • die einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres nachweisen können;
  • die eine Kostenerhöhung zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bei Fremdarbeitskräften zu verzeichnen haben;
  • die einen Preisverlust von mindestens 50% aufgrund des Qualitätsverlustes bei Sägerundholz zu verzeichnen haben;
  • Jungunternehmer, wenn in den Betriebszweigen ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% vorliegt;
  • Als Förderwerber gelten auch Bewirtschafter, die nur in der Pensionsversicherung nach BSVG pflichtversichert sind;

Wie errechnet sich die Förderung:

  • Im Zeitraum von 16.03.2020 – 15.03.2021 können alle 12 Betrachtungszeiträume für die Berechnung der Verluste an Einkünften herangezogen werden; Ansuchen können monatsweise gestellt werden;
  • Die Förderung beträgt 80% der Differenz der Einkünfte des vergleichbaren Zeitraumes des Vorjahres und den Einkünften für den jeweiligen Betrachtungszeitraum;
  • Zur Berechnung der Einkünfte werden je nach Betriebszweig die Umsätze, die Fremdarbeitskosten oder der Preisverlust als Basis herangezogen;
  • Bei Berechnung der Einkünfte werden je nach Betriebsart pauschale Prozentsätze für nicht angefallene Kosten gegengerechnet;
  • Ebenso werden Nebeneinkünfte aus nicht land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten gegengerechnet;
  • Darüber hinaus wird ein Comeback-Bonus in Höhe von 500 € pro Monat ausbezahlt. Dies gilt für alle, die in Phase 2 anspruchsberechtigt sind. Bei bereits abgeschlossenen Ansuchen erfolgt die Auszahlung automatisch. Bei Nebeneinkünften und Versicherungsleistungen ab 2000 € steht der Comeback-Bonus nicht zu;
  • Bei Personen, die durch die Gegenrechnung von Nebeneinkünften und Versicherungsleistungen von über 1.500 € einen Förderbetrag von unter 500 € monatlich erhalten haben oder erhalten würden, wird dieser zukünftig automatisch auf jeweils 500 € pro Betrachtungszeitraum aufgestockt. Bei bereits abgeschlossenen Ansuchen erfolgt diese zusätzliche Auszahlung automatisch. Bei Nebeneinkünften und Versicherungsleistungen ab 2.000 € ist eine Aufstockung nicht möglich;

Welche Betriebszweige werden unterstützt:

  • Wein- und Mostbuschenschankbetriebe, Almausschank;
  • Spezialkulturen im Wein,- Obst,- Garten- und Gemüsebau sowie mit Christbaumkulturen (hinsichtlich Fremdarbeitskosten);
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof);
  • Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte direkt, an die Gastronomie (auch an den spezialisierten Großhandel), Schulen und die Gemeinschaftsverpflegung sowie gärtnerische Produkte direkt und an den Groß- und Einzelhandel vermarkten;
  • Betriebe, die agrar- und waldpädagogische Aktivitäten anbieten (auch wenn der Bewirtschafter für diese konkreten Aktivitäten nicht der Versicherung nach BSVG unterliegt);
  • Betriebe, die auf Basis von Verträgen Sägerundholz erzeugen, dieses aber durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 nicht mehr zur Abholung kommt;

Was gilt für den Lockdown-Umsatzersatz

Förderfähig sind direkt von der behördlichen Schließung betroffene

  • Wein und Mostbuschenschankbetriebe,
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof); 

Welche Kriterien müssen vorliegen, um eine Förderung zu erhalten:

  • Diese Betriebe dürfen im Zeitraum 3. November 2020 bis 6. Dezember 2020 gegenüber Mitarbeitern keine Kündigung aussprechen;
  • Eine Pflichtversicherung in der Krankenversicherung und/oder Pensionsversicherung nach dem BSVG muss bei natürlichen Personen nicht vorliegen;
  • Als Betrachtungszeitraum gilt der Zeitraum, in dem der Antragsteller direkt von den Lockdown-Bestimmungen betroffen ist; 

Die Förderung entspricht 80 % des ermittelten Umsatzes des vergleichbaren Vorjahreszeitraums, mindestens jedoch 2.300 € bei Vorliegen der allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen, maximal jedoch 200.000 € je Betrieb.

Wie wird die Höhe des des Lockdown- Umsatzersatzes ermittelt:

Für Urlaub am Bauernhof Betriebe: Vergleichbarer Vorjahresumsatz des direkt betroffenen Tätigkeitsbereichs dividiert durch dreißig Tage multipliziert mit der Anzahl der Tage des Betrachtungszeitraums.

Für Wein- und Mostbuschenschankbetriebe: Vergleichbarer Vorjahresumsatz des direkt betroffenen Tätigkeitsbereichs dividiert durch die Tage der Ausschankzeit multipliziert mit der Anzahl der Tage des Betrachtungszeitraums. 

  • Von diesen Beträgen sind 80 % als Umsatzersatz zu gewähren.
  • Der Vorjahresumsatz im November 2019 ist mit dem in der Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) angegebenen Umsatz nachzuweisen (der auf die Umsätze der direkt betroffenen Tätigkeitsbereiche entfällt).
  • Liegen diese Daten nicht vor, oder umfasst die UVA nicht alle Umsätze der direkt betroffenen Tätigkeitsbereiche des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes sind Aufzeichnungen, die im Rahmen der steuerlichen Gewinnermittlung (z.B. teilpauschalierte Bereiche, Teilpauschalierung oder Einnahmen- Ausgabenrechnung), der Registrierkassen- oder Belegerteilungspflicht geführt werdenheranzuziehen

Förderansuchen können bis 15.12.2020 gestellt werden.

Die Förderung kann über www.eama.at beantragt werden. Bisher gestellte Ansuchen werden nach der aktuellen Richtlinie abgewickelt. 

 

Veröffentlicht am 19.11.2020, Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung (Sektion II)