Härtefallfonds: Unterstützung für die Land- und Forstwirtschaft

Die Coronavirus-Pandemie ist für Österreich die schwerste Krise seit dem 2. Weltkrieg. Auch die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe bleiben von den Auswirkungen der Krise nicht verschont. Der Härtefallfonds ist eine Erste-Hilfe Maßnahme der Bundesregierung und unterstützt Betriebe, die in akute finanzielle Notlage geraten sind. Das Geld ist ein einmaliger Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Die Antragstellung erfolgt online über eAMA.

 

Die Unterstützung aus dem Härtefallfonds erfolgt in 2 Phasen:

Unterstützt werden Nebenerwerbs- und Vollerwerbsbetriebe bis zu neun Arbeitskräften und einem Umsatz von max. 2 Millionen €. Mehrfachversicherungen sind zulässig. Die Förderungen sind steuerfrei .

Die Soforthilfe (Phase 1) endete mit 15.04.2020.

Aktuelle Informationen zu Phase 2 finden Sie hier:

 

Welche Kriterien müssen vorliegen, um eine Förderung zu erhalten:

Als Förderwerber gelten Betriebe:

  • die von einem behördlich angeordneten Betretungsverbot aufgrund von COVID-19 betroffen sind;
  • die einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres nachweisen können;
  • die eine Kostenerhöhung zu einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bei Fremdarbeitskräften zu verzeichnen haben;
  • die einen Preisverlust von mindestens 50% aufgrund des Qualitätsverlustes bei Sägerundholz zu verzeichnen haben;
  • Jungunternehmer (die seit 2019 einen neuen Betriebszweig führen), wenn in den Betriebszweigen ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% vorliegt;

Wie errechnet sich die Förderung:

  • Für alle anspruchsberechtigten Betriebe wird eine Mindestfördersumme von 500 € und eine maximale Förderung von 2.000 € je Bewirtschafter festgelegt. Nicht-landwirtschaftliche Nebeneinkünfte werden gegengerechnet;
  • Im Zeitraum von 16.03. – 15.09.2020 können drei beliebige Monate als Betrachtungszeitraum für die Berechnung der Verluste an Einkünften herangezogen werden;
  • Die Förderung beträgt 80% der Differenz der Einkünfte des vergleichbaren Zeitraumes des Vorjahres und den Einkünften für den jeweiligen Betrachtungszeitraum;
  • Zur Berechnung der Einkünfte werden je nach Betriebszweig die Umsätze, die Fremdarbeitskosten oder der Preisverlust als Basis herangezogen;
  • Bei Berechnung der Einkünfte werden je nach Betriebsart pauschale Prozentsätze für nicht angefallene Kosten gegengerechnet;
  • Ebenso werden Nebeneinkünfte aus nicht land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten gegengerechnet;

Welche Betriebszweige werden unterstützt:

  • Wein- und Mostbuschenschankbetriebe;
  • Spezialkulturen im Wein,- Obst,- Garten- und Gemüsebau sowie mit Christbaumkulturen (hinsichtlich Fremdarbeitskosten);
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen vermieten (Urlaub am Bauernhof);
  • Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte direkt, an die Gastronomie, Schulen und die Gemeinschaftsverpflegung sowie gärtnerische Produkte direkt und an den Groß- und Einzelhandel vermarkten;
  • Betriebe, die agrar- und waldpädagogische Aktivitäten anbieten;
  • Betriebe, die auf Basis von Verträgen Sägerundholz erzeugen, dieses aber durch die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 nicht mehr zur Abholung kommt;

Die Förderung kann über www.eama.at beantragt werden. Bisher gestellte Ansuchen werden nach der aktuellen Richtlinie abgewickelt. Um einen anderen Berechnungszeitraum zu wählen, können bereits gestellte Ansuchen für den Betrachtungszeitraum 16.03. – 15.04.2020 bis Ende Juli 2020 zurückgezogen werden.

 

Veröffentlicht am 04.05.2020, Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung (Sektion II)