Grüner Bericht 2019

Nach zwei Jahren mit Einkommenszuwächsen dokumentiert der vorliegende Bericht für das Jahr 2018 ein deutliches Minus von knapp 10%

Der Grüne Bericht 2019 zeigt für das Kalenderjahr 2018 einen Rückgang der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft von fast 10 % gegenüber dem Vorjahr auf. Diese beliefen sich 2018 im Durchschnitt aller Betriebe auf 28.035 Euro je Betrieb.

Den höchsten Einkommensrückgang mit 26 % verzeichneten im Jahr 2018 somit die Veredelungsbetriebe, wo die gesunkenen Erzeugerpreise für Zuchtsauen, Ferkel und Mastschweine trotz leichter Produktionsausweitungen diese Entwicklung prägten. Bei den Futterbaubetrieben bzw. bei den landwirtschaftlichen Gemischtbetrieben führten höhere Aufwendungen in der Tierhaltung zu einem Einkommensrückgang in der Höhe von 10 bzw. 5 %. Nach einem trockenen Vorjahr folgte auch 2018 ein heißes und niederschlagsarmes Jahr, im Ackerbau wirkte sich dies vor allem auf rückläufige Erträge bei Zuckerrüben und Erdäpfeln aus, folglich erzielten die Marktfruchtbetriebe ein Minus von 1 %. Bei den Dauerkulturbetrieben sanken die Einkommen 2018 um 13 %, da im Vergleich zum Jahr 2017 gestiegenen Aufwendungen für Personal und Bodennutzung erforderlich waren und es keine Entschädigungszahlungen mehr für Frost gab. Geprägt von einem geringeren Holzeinschlag sanken die Einkünfte bei den Forstbetrieben um 2 %.

Bei den Bergbauernbetrieben betrugen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Durchschnitt 23.795 Euro je Betrieb. Sie sanken gegenüber dem Vorjahr um 8 %. Der Einkommensrückgang war jedoch geringer als bei den Nichtbergbauernbetrieben. Im Jahr 2018 hat sich somit der Einkommensabstand der Bergbauernbetriebe zu den Nichtbergbauernbetrieben weiter verkleinert und betrug 8.645 Euro.

Bei den Biobetrieben gingen 2018 die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft um 2 % zurück. Mit 30.110 Euro je Betrieb lagen sie um 7 % über dem Durchschnitt aller Betriebe. Von den öffentlichen Geldern entfielen 40 % auf das Agrarumweltprogramm (ÖPUL), 33 % auf Zahlungen der 1. Säule der GAP und 20 % auf die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete, da die Biobetriebe einen hohen Anteil an Bergbauernbetrieben haben.

Diese negative Einkommensentwicklung spiegelt die immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen für Österreichs Bäuerinnen und Bauern wider, betont Bundesministerin Köstinger. Der immer rascher voranschreitende Klimawandel, die instabilen internationalen Märkte aber auch die höheren Sozial- und Umweltstandards sowie strengere Tierschutzbestimmungen in Österreich stellen - in Verbindung mit einer zunehmenden Konkurrenz durch ausländische Billiganbieter - für viele Betriebe eine oft existenzbedrohende Situation dar.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Realisierung des beschlossenen Entlastungspaketes für die bäuerlichen Familienbetriebe, dessen Maßnahmen ab dem Jahr 2021 in Kraft treten, umso wichtiger, so Köstinger. Kürzungen in der ländlichen Entwicklung sind der falsche Weg, soll doch die Landwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Der österreichische Weg, Qualität statt Quantität, muss und wird konsequent weiterverfolgt werden. Es bedarf weiterhin eines stabilen EU-Budgets - und im Fall von möglichen Budgetreduktionen auch einer nationalen Kompensation - um es Österreichs Bäuerinnen und Bauern weiterhin zu ermöglichen, ihre Aufgabe für die Gesellschaft und Volkwirtschaft wahrnehmen zu können.

 

Veröffentlicht am 12.02.2020, Agrarpolitik, Datenmanagement und Weiterbildung (Abteilung II/1)

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