Regionale Kalbfleisch-Produktion unterstützen

Österreich gehört zu den Ländern mit den höchsten Tierwohl- und Lebensmittelstandards. Um die österreichische Kälbertransporte in EU-Staaten zu reduzieren, ist die österreichische Kalbfleischstrategie im Pakt für mehr Tierwohl in der produzierenden Landwirtschaft verankert. Die Qualitätsstandards „Vollmilchkalb“ und „Kalb rosé“ wurden ins AMA-Gütesiegel aufgenommen.

Der Blick auf die Import- und Exportzahlen von Kälbern und Kalbfleisch in Österreich zeigt deutlich die Problematik: Seit dem Jahr 2000 hat sich der Anteil von geschlachteten Kälbern in Österreich fast halbiert. Im Jahr 2000 waren es noch rund 105.000 Stück; 2019 nur mehr rund 55.000 Stück. Im Jahr 2018 importierte Österreich beispielsweise mehr als doppelt so viel Kalbfleisch wie österreichische Kälber exportiert wurden. Das bedeutet, dass mehr als 100.000 Kälber in Form von Kalbfleisch importiert und beinahe 50.000 Kälber lebend aus dem Land exportiert wurden. Der Grund dafür ist, dass Kalbfleisch aus anderen Ländern teils um die Hälfte günstiger ist als österreichisches Kalbfleisch. Eine nachhaltige Verbesserung kann daher nur gelingen, wenn die erzeugten österreichischen Produkte mit höheren Standards auch von den Konsumentinnen und Konsumenten gekauft werden. Genau an diesem Punkt setzt der Tierwohlpakt mit der österreichischen Kalbfleischstrategie an.

„Wer regionales Kalbfleisch kauft, der trägt zur Reduktion von Kälbertransporten bei. Es ist nicht notwendig, dass so viel Billig-Kalbfleisch aus dem Ausland importiert wird. Die Konsumenten sollen regionalen Produkten den Vorrang geben“, erklärt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger und ergänzt: „Die Umsetzung der Kalbfleischstrategie ist mir ein Herzensanliegen. Wir schaffen es nicht nur, unabhängiger von Fleisch-Importen zu werden, sondern unterstützen auch unsere Bäuerinen und Bauern. Jeder von uns kann bereits jetzt zu regionalem Kalbfleisch greifen und diesen Weg aktiv unterstützen.“

Maßnahmen im Tierwohlpakt – Kalbfleisch Produktion „Made in Austria“ unterstützen:

  1. Aufnahme der Qualitätsstandards „Vollmilchkalb“ und „Kalb rosé“ ins AMA-Gütesiegel, darauf aufbauend Absatzförderung und Vermarktungsstrategien:
     
    • Die Qualitätsstandards „Vollmilchkalb“ und „Kalb rosé“ wurden in das Modul Qplus Rind (AMA-Gütesiegel) aufgenommen.
    • Ab jetzt können Bäuerinnen und Bauern in das Qplus Rind Programm mit ihrer Kälbermast einsteigen.
    • Die Qualitätsstandards sind festgelegt und die Förderungen für die Teilnahme werden bereits 2022 ausbezahlt. Dabei werden die Teilnahmegebühren zur Gänze erstattet.
    • Durch die Teilnahme am Qualitätsprogramm wird ein einheitliches und qualitativ hochwertiges Erzeugnis aus regionaler Produktion aufgebaut - für Vollmilchkälber erhalten die Landwirte einen Gütesiegel-Aufschlag von rund 30 Cent pro Kilogramm.
    • In den nächsten Jahren sollen 10.000 Kälber über diese Qualitätsschienen vermarktet werden.
       
  2. Ausweitung der bestehenden Förderung für die Erzeugung von Qualitätsrindfleisch (Q-plus Rind) auf die Kälbermast:
     
    • Die Förderung für das Programm Qplus Rind wurde auf 7,0 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt.
    • Qplus-Rind- Bäuerinnen und Bauern können spätestens ab Herbst für ihr Vollmilch- und Kalb rosé Kälber Förderungen beantragen.
    • Die Auszahlung ist 2022 gemeinsam mit der Teilnehmerförderung Qplus Rind vorgesehen.

Kleinere Betriebe mit fünf bis zwanzig vermarkteten Kälbern können pro Jahr mit rund 1.000 Euro an zusätzlichen Förderungen rechnen.

Veröffentlicht am 27.04.2021, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)